Klima in der Zukunft - weltweit

Der fortschreitende globale Klimawandel gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Im gesamten Klimasystem finden vielfältige, von den Menschen bedingte Veränderungen statt, die sich in den kommenden Jahrzehnten noch verstärken werden. Der Klimawandel hat Auswirkungen auf alle Bereiche unseres Lebens. Daher müssen wir die Zusammenhänge des Klimas besser verstehen und mögliche zukünftige Klimaprojektionen berechnen.

Kinder liegen im Kreis und halten eine Erdkugel Bild vergrössern Wie sieht die Zukunft unserer Kinder aus? Foto: Blend Images - Fotolia.com

Aussagen über das globale Klima in der Zukunft sind anhand hoch komplexer Klimamodelle möglich. Diese berücksichtigen zum einen atmosphärische, ozeanische oder terrestrische Prozesse und zum anderen verschiedene beeinflussbare Faktoren, wie z.B. die Entwicklung der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre. Die Klimasimulationen nutzen hauptsächlich die klimatischen Größen, die sich durch unser menschliches Handeln direkt oder indirekt beeinflusst verändern. Je nach angenommener gesellschaftlicher Entwicklung entwickeln sich auch diese klimatischen Größen unterschiedlich. So wird beispielsweise in dem Szenario mit sehr ambitionierter Klimapolitik von einer Temperaturerhöhung gegen Ende dieses Jahrhunderts gegenüber der vorindustriellen Zeit von 0,9 bis 2,3°C ausgegangen, dagegen sind bei dem Szenario mit fast ungebremsten Emissionen Temperaturanstiege von bis zu 5,4°C möglich.

Bildcollage von drei englischsprachigen Publikationen des IPCC zum Thema Bild vergrössern Ergebnisse der Arbeitsgruppen I - III zum fünften Sachstandsbericht 2014. Quelle IPCC.

Die vom Weltklimarat veröffentlichten IPCC-Berichte sind die weltweit bedeutendsten Sachstandsberichte zur Klimaforschung.
Die Resultate des Fünften Sachstandsberichts des IPCC (AR5) beruhen auf mehr als doppelt so vielen Klimamodellen und einer viel größeren Anzahl von einzelnen Simulationen als im Vierten Sachstandsbericht (AR4).
Zusätzlich wurden die Klimamodelle bedeutend verbessert. Am bereits zuvor projizierten ansteigenden Temperaturtrend ändert sich jedoch nichts.

Mögliche Folgen des Klimawandels bis zum Ende dieses Jahrhunderts sind:

  • Weitere Erwärmung: Die größte Erwärmung ist über dem Festland und in nördlichen Breiten, die geringste über dem südlichen Ozean und Teilen des Nordatlantiks zu erwarten. Der mittlere Temperaturanstieg gegenüber vorindustriellen Bedingungen hat eine Bandbreite von 0,9 bis 5,4°C.
  • Extreme: Es ist sehr wahrscheinlich, dass Hitzewellen häufiger auftreten und länger andauern. Intensivere und zahlreichere Starkniederschläge kommen über den meisten Landgebieten der mittleren Breiten und über den feuchten Tropen vor. Tropische Wirbelstürme werden künftig intensiver, erreichen höhere Spitzenwindgeschwindigkeiten und werden mehr Starkniederschläge mit sich bringen.
  • Niederschläge: Bei zunehmender Erwärmung würden in vielen trockenen Regionen der mittleren und subtropischen Breiten die mittleren Niederschläge weiter abnehmen. In vielen feuchten Regionen der mittleren Breiten sind dagegen unter wärmeren Bedingungen Niederschlagszunahmen zu erwarten.
  • Eis und Schnee: Die Gletscher könnten 15 bis 85% ihres derzeitigen Volumens verlieren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das arktische Meereis weiter zurückgeht. In der Nordhemisphäre geht die Schneebedeckung zurück. Es ist fast sicher, dass sich Gegenden mit oberflächennahem Permafrost in höhere nördliche Breiten verlagern.
  • Ozeanerwärmung: Die Erwärmung der Ozeane wird sich über Jahrhunderte fortsetzen, selbst wenn die Treibhausgasemissionen konstant bleiben oder gesenkt werden. Die Erwärmung wird von der Wasseroberfläche in den tiefen Ozean vordringen und die ozeanische Zirkulation beeinflussen.
  • Ozeanversauerung: Die Ozeane werden auch weiterhin Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen, was eine zunehmende Versauerung des Meerwassers bewirkt. Dies behindert die Bildung von Kalkschalen vieler Meereslebewesen und beeinträchtigt die Lebenswelt in den Ozeanen.
  • Meeresspiegel: Es werden Anstiege um weitere 26 bis 82cm erwartet. Allerdings schließt der IPCC nicht aus, dass der Anstieg des Meeresspiegels auch deutlich höher ausfallen könnte.
  • Ozeanzirkulation: Der Golfstrom würde bei zunehmender Erwärmung eher schwächer. Plötzliche Änderungen oder ein Zusammenbruch sind sehr unwahrscheinlich. Bei fortgesetzter starker Erwärmung des Klimas kann dies nach dem 21. Jahrhundert jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Klimamodelle mit den verschiedenen Simulationen sind wichtig, um mögliche Veränderungen des Klimas abzuschätzen sowie resultierende Risiken und Chancen bewerten zu können. Sie helfen damit bei der Entwicklung und Planung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen für unterschiedliche Bereiche oder Regionen.