Erwartete Temperaturveränderung für Bayern

Bildcollage eines Laubbaums, der die vier Jahreszeiten (nur Äste im Winter, Blüten im Frühling, etc.) darstellt Bild vergrössern Die Temperaturen werden sich im Jahresverlauf durch den Klimawandels verändern. Foto: Lilya - Fotolia.com

Für die Abschätzung der zukünftigen Klimaveränderungen wurden im Rahmen des Vorhabens KLIWA bisher 10 Regionale Klimaprojektionen für Bayern ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen eine Bandbreite an möglichen Temperaturveränderungen, die für Bayern erwartet werden können. Aufgrund dieser Klimasimulationen ist bis 2050 ein Anstieg der mittleren Temperatur von 1 bis 2°C zu erwarten, bis Ende des Jahrhunderts können die Durchschnittstemperaturen um bis zu 4°C ansteigen. Die Temperaturerhöhung betrifft dabei alle Monate.

Im Winterhalbjahr fällt der prognostizierte mittlere Anstieg bis 2050 stärker aus als im Sommerhalbjahr. Die Zunahme im Winter ist von besonderer Bedeutung, da die Temperatur großen Einfluss auf die Form des Niederschlags hat. Er fällt im Winter vor allem in tieferen und mittleren Lagen immer seltener als Schnee. Dies hat weitreichende Konsequenzen für den Wintersport und das Abflussgeschehen in unseren Flüssen.

Die projizierte Temperaturzunahme (Mittelwert 2021 bis 2050 im Vergleich zu 1971 bis 2000) macht sich auch bei den so genannten klimatologischen Kenntagen bemerkbar:

  • Die Anzahl der Sommertage (Tageshöchsttemperatur über 25°C) dürfte sich im Mittel um 50% erhöhen.
  • Die Anzahl der heißen Tage (Tageshöchsttemperatur über 30°C) würde sich etwa verdoppeln.
  • Die Anzahl der Frosttage (niedrigste Tagestemperatur unter 0°C) würde sich im Mittel um rund 20% verringern.
  • Die Anzahl der Eistage (Tageshöchsttemperatur unter 0°C) wird noch deutlicher um durchschnittlich 30% abnehmen. In den mittleren und tieferen Lagen würde sich die Schneedeckendauer dadurch erheblich verringern.
Hand mit Eistüte Bild vergrössern Die Anzahl der Sommertage nimmt bis 2050 zu; die Frost- und Eistage nehmen ab.

Weitere Hinweise geben Untersuchungen von KLIWA über die Häufigkeit des Auftretens besonders trockener und heißer Wetterlagen. Sie haben im Vergleich zum Zeitraum vor den siebziger Jahren bereits um mehr als das Zweifache zugenommen. Für den Zeitraum von 2001 bis 2099, insbesondere in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts, ist ein deutlicher Anstieg der Trocken- und Niedrigwasserperioden vor allem im Sommer durchaus möglich.