Erwartete Niederschlagsveränderung für Bayern

Ein Jogger läuft durch eine Pfütze Bild vergrössern Im Winterhalbjahr kann es nasser werden. Foto: italo - Fotolia.com

Bayern weist eine regional stark differenzierte Niederschlagsverteilung auf. Die niederschlagsarmen Regionen Mittelfrankens stehen den niederschlagsreichen Gebieten der Mittelgebirge (Spessart, Jura, Fichtelgebirge, Bayerischer Wald) und des Alpenvorlandes mit den Alpen gegenüber. Das natürliche Angebot an Wasser ist im Süden Bayerns deshalb etwa dreimal so groß wie im trockenen Franken. Der Klimawandel wird neben dem Temperaturanstieg zukünftig auch zu erhöhten Verdunstungsraten und veränderten Niederschlägen führen. Im Rahmen des Kooperationsvorhabens KLIWA wurden verschiedene regionale Klimaprojektionen für Bayern ausgewertet. Dabei wurden für die mittleren Niederschläge folgende zukünftige Veränderungen herausgefunden:

Bezogen auf den Zeitraum 2021 bis 2050 zeigt sich für das Sommerhalbjahr in Bayern eine Abnahme der großräumigen Niederschläge. Für einzelne Regionen können diese Veränderungen auch stärker ausfallen, wie etwa in Teilen Mittelfrankens, der Oberpfalz und im Osten Niederbayerns. Für das Winterhalbjahr ergibt sich dagegen noch ein uneinheitliches Bild. In Kombination mit dem Trend der Vergangenheit ist jedoch eine weitere landesweite Zunahme der Niederschlagsmenge plausibel.

Regentropfen prasseln auf den Boden Bild vergrössern Starkregenereignisse nehmen voraussichtlich im Winterhalbjahr zu.

Die Starkregenereignisse (Niederschläge von mehr als 25 mm pro Stunde) werden voraussichtlich im Winterhalbjahr ebenfalls zunehmen. Da außerdem milde und feuchte Westwetterlagen mit mehr Regen als Schnee im Winter häufiger auftreten, fehlt die Speicherwirkung der Schneedecke, die Hochwassergefahr steigt.
Da bei höheren Lufttemperaturen auch mehr Energie und Wasserdampf in der Atmosphäre ist, kann erwartet werden, dass auch kurzzeitige und kleinräumige Starkregenereignisse zunehmen werden.
Diese Prozesse können jedoch bis jetzt noch nicht zufriedenstellend in den Modellen abgebildet werden, sodass hierfür noch keine Ergebnisse für Bayern vorliegen.

Bei der zukünftigen Entwicklung der Trockentage (Niederschlag geringer als 1mm) zeichnen sich ebenfalls saisonale Unterschiede ab. Im Winterhalbjahr nehmen die Trockentage zukünftig eher ab, während im Sommerhalbjahr vor allem die längeren Trockenperioden über sieben Tage zunehmen.