Jüngster Vulkan Bayerns

Bohrgerät im Einsatz Bild vergrössern Bohrung bei Neualbenreuth zur Erforschung eines möglichen Maar-Kraters

Erloschene Vulkane sind in der Oberpfalz und im Fichtelgebirge eigentlich nichts Besonderes. Manche sind wichtige Rohstoffquellen, andere touristische Magneten, wie etwa der Parkstein, dessen Basaltsäulen schon Alexander von Humboldt bewunderte. Durch viele Untersuchungen wusste man auch, wann diese "heiße Zeit" in Ostbayern war: Die meisten Vulkane waren vor etwa 20 Millionen Jahren aktiv und vor etwa 14 Millionen Jahren war endgültig Schluss.
Dachte man.

Kartenausschnitt mit Lage des Vulkans Bild vergrössern Ausschnitt aus der Geologischen Karte von Neualbenreuth (1:25.000). Rot umrandet der Bereich des vermuteten Kraters

Angeregt durch die Existenz eines viel jüngeren Vulkans in Tschechien (Zelezna Húrka, dt. "Eisenbühl", Alter ca. 200.000 Jahre) und dem Nachweis einer weiteren vulkanischen Struktur ("Maar") bei Mytina (CZ) erforschten Geowissenschaftler des LfU auch das benachbarte bayerische Gebiet rund um Neualbenreuth. Intensive geophysikalische Messungen, teilweise gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München deuten auf einen vulkanischen Explosionstrichter in den Wäldern östlich von Neualbenreuth. Letzte Gewissheit kann allerdings nur eine Bohrung bringen, bei der auch Material aus dem tieferen Untergrund zu Tage gefördert und anschließend sorgfältig wissenschaftlich untersucht wird.

Geophysikalische Untersuchungen

Da in dem Bereich an der Oberfläche kaum geologische Aufschlüsse vorhanden sind, wurden zur näheren Untersuchung zunächst verschiedene geophysikalische Verfahren eingesetzt. So wurden lokale Anomalien des Magnet- und Schwerefeldes analysiert und seismische, wie auch geoelektrische Profile vermessen. Die Ergebnisse ließen es schließlich gerechtfertigt erscheinen, mit Hilfe einer Forschungsbohrung eine (hoffentlich endgültige) Klärung der geheimnisvollen Struktur zu suchen.

Darstellung der Messergebnisse in farbigen Flächen Bild vergrössern Geoelektrisches West-Ost-Profil. Die Farben geben unterschiedliche elektrische Leitfähigkeiten der Gesteine an. Die erniedrigten Werte in der Mitte der Messung könnten auf eine Kraterhohlform hinweisen.

Was ist ein Maar?

Die Entstehung eines Maarkraters wird durch eine unterirdische, aber oberflächennahe Explosion verursacht. In einem Schlot aufdringendes, heißes Magma kommt in Kontakt mit Grundwasser. Durch das plötzliche Aufheizen des Wassers entsteht Wasserdampf. Diese extreme Volumenzunahme verursacht eine in die Tiefe fortschreitende Serie von Explosionen. Die dadurch entstehenden Explosionstrichter sind die Maare. Wenn die magmatische Aktivität anhält, kann ein solcher Krater durch Vulkanite aufgefüllt werden. Wenn hingegen keine größere weitere vulkanische Aktivität in dieser Struktur erfolgt, kann sich zeitweise ein See bilden, der über viele tausende von Jahren aufgefüllt wird (z.B. Maarseen der Eifel). Ein solcher Maarsee wurde durch eine Forschungsbohrung im Mai 2015 nun auch bei Neualbenreuth identifiziert.

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