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Was ist die Gesteins-, Mineralien- Fossilien-Sammlung des LfU?
Eine Hauptaufgabe des geologischen Dienstes ist die Anlage und Führung der erforderlichen Archive und Arbeits- und Belegsammlungen. Diese dienen als zentrale Sammelstelle für Bohrergebnisse, Gesteine und Bodenproben sowie für Beobachtungs- und Messdaten über Struktur und Aufbau des tieferen Untergrundes. Nur auf diese Weise können Fachleute innerhalb und außerhalb des LfU Gesteine, die sie im Gelände antreffen, richtig zuordnen.
Es geht weniger um einzelne Fundstücke, sondern mehr um die Dokumentation der möglichen "Spannweite" unterschiedlicher Ausprägungen der gleichartigen Gesteine. Die Sammlung des LfU ist die wissenschaftliche Arbeitssammlung für die Aufgabenerfüllung des Geologischen Dienstes. Sie wird aber auch von Universitäten und Wissenschaftlern des In- und Auslands genutzt.
Die Hauptzwecke der Sammlung sind:
- Anschauung,
- Fortbildung,
- Nachweis,
- Sicherung und Forschung.
Die Sammlung ist in drei Rollregalanlagen untergebracht, in denen Platz für ca. 8.000 Schubläden ist. Die aktuelle Auslastung mit ca. 110.000 Positionen beträgt ca. 60%. Damit ist das Archiv geologischer Steine und Funde eine der bedeutendsten und umfangreichsten geowissenschaftlichen Sammlungen Bayerns.
Die nachfolgende Tabelle zeigt den Bestand der einzelnen Sammlungsteile:
| Sammlung | Anzahl der Teile |
|---|---|
| Belegsammlung Landesaufnahme | 25.000 |
| Gümbel-Sammlung | 15.000 |
| Lagerstätten-Sammlung | 5.000 |
| Werkstein-Sammlung | 4.000 |
| Bohrproben | 12.000 |
| Petrographische-Sammlung | 3.000 |
| Flurl-Sammlung | 2.650 |
| Mineralien-Sammlung | 5.000 |
| Neuzugänge | 7.000 |
| Sammlung radioaktiver Gesteine und Minerale | 4.000 |
| Sammlung Technische Produkte | 1.000 |
| Paläontologische-Sammlung | 13.000 |
| Mikrofossilproben | 20.000 |
Das Archiv geologischer Steine und Funde besteht aus verschiedenen Sammlungen, die das Amt im Laufe der Jahre erhalten hat.
Die Flurl-Sammlung
Bei der "Flurl-Sammlung" des LfU handelt es sich um eine Sammlung des ersten amtlichen bayerischen Geologen Mathias v. Flurl's und stellt somit den ältesten Teil der Sammlung dar. Dieser historische Bestand mit Stücken ab ca. 1780 wurde im Jahr 2000 durch den Bestand der TU München ergänzt. Insgesamt enthält sie ungefähr 2.650 Sammlungsstücke.
Es handelt sich hierbei um die älteste geowissenschaftliche Sammlung Bayerns! Zum Bestand gehören neben den Objekten auch die Original-Etiketten und Kataloge mit ausführlichen Beschreibungen und z.T. handschriftlichen Kommentaren Flurl's.
Die Mineralien-Sammlung
Ein weiterer Teil des Archivs ist die Mineralien-Sammlung. Diese ist nach der Systematik der Minerale nach Strunz eingeteilt. Sie beinhaltet Objekte aus vielen historischen Fundorten und teilweise auch außerbayerische Stücke. Der Bestand beläuft sich auf ca. 3.000 - 5.000 Stücke.
Die sogenannte "Gümbel-Sammlung"
Bei der sogenannten "Gümbel-Sammlung" des LfU - begründet und gepflegt von Carl Wilhelm von Gümbel, der eine erste vollständige Übersicht über die Gesteine und Geologie Bayerns verfasst hat - handelt es sich um die eigentliche Landesaufnahme-Sammlung bis in die 1960er Jahre. Sie beinhaltet die Belegexemplare der ortstypischen Gesteine, die bei der geologischen Landesaufnahme auf jedem bearbeiteten Kartenblatt bis dahin angetroffen wurden. Auch hier gibt es viele "historische" Stücke. Oft sind die Exemplare sehr genau verortet. Leider existiert kein Katalog über dieses Sammelwerk. Der Bestand wird auf ca. 15.000 Objekte geschätzt.
Die Beleg-Sammlung der Landesaufnahme
Diese Sammlung der modernen geologischen Landesaufnahme ist die wesentliche Arbeits- und Nachweissammlung des LfU. Der Bestand beträgt ca. 25.000 Objekte, wovon ca. 8.000 erfasst sind. Auch sie beinhaltet ähnlich der Gümbel-Sammlung die Belegexemplare der ortstypischen Gesteine, die bei der geologischen Landesaufnahme heute angetroffen werden.
Die "Sammlung Hölzl"
Dies ist eine Sammlung des Bergmannes und Landesamts-Mitarbeiters Dr. h. c. O. Hölzl (1897-1977). Hierbei handelt es sich überwiegend um Fossilien der bayerischen Molasse. Der Bestand umfasst ca. 10.000 Stücke, darunter auch viele Typ-Stücke, nach denen neue Arten beschrieben wurden.
Die Fossilien-Sammlung
Die Fossilien-Sammlung des LfU hat ihre Schwerpunkte vor allem im Paläozoikum des Frankenwaldes und Fossilien der Bayerischen Molasse und der Alpen. Hinzu kommen gute Bestände aus dem Bayerischen Keuper. Der Bestand beläuft sich auf ca. 4.000 Objekte.
Die Naturwerkstein-Sammlung
Bei dieser Sammlung handelt es sich überwiegend um bearbeitete Naturwerksteine aus allen Regionen Bayerns - häufig auch von Steinbrüchen, die nicht mehr existieren. Diese stellen ein wichtiges Referenzmaterial für Denkmalspfleger, Architekten und Steinmetze dar. Der Bestand beträgt ungefähr 3.500 bis 4.000 und ist weitgehend digital erfasst.
Die Lagerstätten-Sammlung
In der Lagerstätten-Sammlung des LfU finden sich ca. 5.000 Proben, die die reiche Bergbaugeschichte Bayerns belegen. Diese Sammlung enthält viele Mineral- und Erzproben von längst aufgegebenen Bergwerken.
Die Sammlung radioaktiver Gesteine und Minerale
Diese Sammlung ist in zwei Räumen mit permanenter Luftabsaugung untergebracht. Sie umfasst ca. 4.000 Objekte, welche überwiegend aus Bayern stammen. Darin sind ebenfalls Belege zu den Erkundungskampagnen hauptsächlich auf Uran der 50er und 60er Jahre erhalten, welche als wichtige Referenzmaterialien dienen.
Die Sammlung "Technische Produkte"
Die Sammlung "Technische Produkte" des LfU umfasst ca. 500 – 1.000 Gegenstände.
Die Mikropaläontologische Sammlung
Mikropaläontologische Proben werden hauptsächlich aus den Tiefbohrungen in der südbayerischen Molasse gewonnen. Dabei handelt es sich um mikroskopische Kleinstfossilien, die aber aufgrund ihrer großen Häufigkeit eine genaue zeitliche Einstufung der Gesteinsschichten, sowie des ihres Lebensraumes erlauben. Derzeit werden in dieser Sammlung überwiegend die Proben der Bohrungen zur tiefen Geothermie überarbeitet. Dies ist wichtig für die korrekte Einordnung der Proben in Stratigraphie, Paläoökologie und Paläogeographie und damit für Aussagen zur Verbreitung bestimmter Gesteinsschichten im Untergrund der Molasse. Der Bestand beläuft sich auf ca. 25.000 Proben.
