Gefahrenhinweiskarte Oberallgäu

Projekttitel

Gefahrenhinweiskarte Oberallgäu
Ziel 2 Projekt (EFRE), Phasing Out - Gebiet "Oberallgäu"

Finanzierung:
50% Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
50% Europäische Union

Projektname

Maßnahme 3.2a "Schaffung geologischer und hydrologischer Informationsgrundlagen"; Vorhaben "Gefahrenhinweiskarte Oberallgäu"

Kurzbeschreibung und Zielsetzung

Naturgefahren spielen in unseren Berggebieten eine wichtige Rolle. Eine eventuelle Klimaänderung würde deren Bedeutung noch weiter hervorheben. Die kostengünstigste und nachhaltigste Methode zur Vermeidung von Schäden durch Naturgefahren ist die vorsorgliche Meidung von Gefahrenbereichen. Soweit dies aufgrund bereits bestehender Bebauungen nicht mehr möglich ist, muss dennoch mit Hilfe von Vorhersageinstrumenten die Gefährdung weitest möglich gemindert werden. Für geogene Gefährdungen (Hangrutsche, Fels- und Bergstürze, Erdfälle etc.) bietet das digitale Dokumentations- und Informationssystem GEORISK bereits ein wertvolles Werkzeug, das von den Landkreisen sowie einigen Kommunen eingesetzt wird. Es ist ein Teil des umfassenden Bodeninformationssytems Bayern (BIS), welches über das Internet bzw. Intranet abrufbar ist. Im GEORISK-System war allerdings nur das Herkunftsgebiet von Gefährdungen dargestellt, nicht der planungsrelevante Gefährdungsbereich. Dieser kann vorwiegend nur durch Simulationen und Modellierungen abgegrenzt werden. In einem Pilotprojekt hat das LfU eine solche Simulation für die Gefahrenart Steinschlag/Felssturz im Reichenhaller Raum bereits umgesetzt. Nun wurde mit der Erfassung des gesamten Alpenanteils des Landkreises Oberallgäu erstmals eine große Fläche bearbeitet. Die Karte wurde neben den Felsstürzen und dem Steinschlag auch auf die sog. Hanganbrüche sowie die Rutschungen ausgedehnt. Die so entstandene Gefahrenhinweiskarte ist als wesentliches Element der Planung zu betrachten. Neben der Bauleitplanung ist auch an die überregionale Maßnahmenplanung zu denken. Interessenten sind die lokalen und regionalen Planungsbehörden, Planungsbüros, die Schutzwaldsanierungsstellen, Straßenbau- und Wasserwirtschaftsämter. Die Karte kann Verfahren vereinfachen, indem sie ungefährdete Gebiete klar darstellt. Sie soll auch nicht als Bauverbotskarte wirken, sondern nur in allen kritischen Fällen den Bedarf nach weitergehenden Untersuchungen offen legen. In diesen Fällen muss dann ggf. erst in einem Detailgutachten festgestellt werden, ob im Einzelfall eine Sicherung notwendig, technisch möglich, wirtschaftlich sinnvoll und im Sinne der Nachhaltigkeit tatsächlich anzustreben ist.

Ergebnisse

Die Gefahrenhinweiskarte wurde zum 31.12.2007 fertig gestellt und am 19.06.2008 der Öffentlichkeit präsentiert (siehe Pressemitteilung des StMUV Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz vom 19.06.2008; Nr. 199/08). Die Ergebnisse zu den "Sturzbereichen unter Einwirkung des Waldes" und zu den "tiefgreifenden Rutschungen" sind im BIS-BY (Georisiken) einzusehen. Zusätzlich stehen Daten zu "Hanganbrüchen" sowie "Sturz- und Rutschereignissen unter Extrembedingungen" den Behörden und den Gemeinden zur Verfügung. In Kürze werden die Daten auch im "Informationsdienst Alpine Naturgefahren" veröffentlicht.

Projektbeteiligte

Bayerisches Landesamt für Umwelt,
Firma GEOTEST AG, Davos, Schweiz

Projektleitung

Karl Mayer, Bayerisches Landesamt für Umwelt, Referat 61

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Laufzeit

Januar 2006 bis Dezember 2007

Weiterführende Informationen

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