Methoden

Ingenieurgeologische Erkundung

Die Erkundung in der Ingenieurgeologie dient der Feststellung der tatsächlich vorhandenen Untergrundverhältnisse. Eine sorgfältige Vorbereitung und hinreichende Dimensionierung der erforderlichen Erkundungsleistungen ist Basis für die Planung und den Bau von sicheren und wirtschaftlichen Bauwerken.

Bohrgerät des LfU im Einsatz Bild vergrössern Bohrgerät des LfU im Einsatz

Die Erkundung des Baugrundes erfolgt in der Regel durch Schürfe, Bohrungen und Sondierungen, ergänzt durch weitere Untersuchungen, wie z.B. geophysikalische Messungen. Das Bohrgut wird geologisch und bodenmechanisch angesprochen.

Aus dem Projektziel ergeben sich Umfang und Art der Probennahme, bestimmt von den geologischen Randbedingungen und den nachfolgenden Laboruntersuchungen. Hieraus resultieren die benötigten Probemengen und Güteklassen.

Die Ingenieurgeologie des LfU berät bei Planung und Durchführung von Baugrunduntersuchungen. Es verfügt über eigenes Gerät und ausgebildetes Personal zur Entnahme von Bodenproben.

Messtechnik

Die Messtechnik in der Ingenieurgeologie findet im Bereich der Gewährleistung der Sicherheit und zur Schadensvermeidung Verwendung. Die Tatsache, dass eine Vorhersage des Baugrund- und Gebirgsverhaltens allein auf Grundlage von Erkundungs- und Laborergebnissen oftmals nicht mit hinreichender Zuverlässigkeit und Genauigkeit möglich ist, erfordert die messtechnische Begleitung von geotechnischen Aufgabenstellungen. Diesem Umstand wird in der DIN 1054-100 durch die Verankerung der Beobachtungsmethode durch kontinuierliche messtechnische Kontrolle Rechnung getragen. Hierzu, aber auch zur Absicherung gegenüber Schadensersatzforderungen sind regelmäßig Messungen an Objekten notwendig.

Anwendungsgebiete der Messtechnik in der Ingenieurgeologie sind:

  • Bestimmung von Boden- und Gebirgskennwerten für Spannungs-Verformungsbeziehungen (Stoffgesetze)
  • Bestimmung der Tragfähigkeit einzelner Grundbauteile (z.B. von Ankern, Pfählen, Tunnelauskleidungen)
  • Kontrolle des Bauwerkverhaltens
  • Dokumentation von Setzungen, Grundwasserbewegungen, Erschütterungen
  • Verifizierung der Bauausführung im Vergleich zur Planung sowie zum Bauvertrag
  • Sicherheit des Bauwerks während des Baufortschritts
  • Sicherheit des fertigen Bauwerks bei besonderen Betriebszuständen
  • Überprüfung der Berechnungsannahmen
  • Kontrolle der erdstatischen Annahmen (Erddruck, Ankerkraft)
  • Kontrolle der Prognosen zum tatsächlichen Bauwerksverhalten (z.B. Setzungen, Neigungen)
  • "Rückrechnung" von Kennwerten (z.B. Scherfestigkeiten)
  • Beweissicherung / Schadensvorsorge
  • wissenschaftliche Grundlagenforschung

Das LfU besitzt langjährige Erfahrung auf den Gebieten der Kraft- und Verformungsmessung. Die technische Ausrüstung umfasst Standard- und Spezialgeräte für die geotechnische Bauwerksmessung.

Das Messgerät wird in ein Bohrloch abgesenkt Bild vergrössern Verschiebungsmessung mit Inklinometer