Ingenieurgeologische Landesaufnahme

Standfeste Abbauwand aus Sand-Kies-Wechselfolgen in Niederbayern Bild vergrössern Standfeste Abbauwand aus Sand-Kies-Wechselfolgen in Niederbayern

Das Wissen über den geologischen Aufbau des Untergrundes und seiner bodenmechanischen Eigenschaften ist grundlegend für alle Bereiche des Tiefbaus. Überall dort, wo Boden für Baumaßnahmen bewegt werden muss oder wo die Sicherheit durch Erdbauwerke oder Böschungen gefährdet sein kann, müssen geeignete geotechnische Maßnahmen ergriffen werden.

Die Ingenieurgeologie am Landesamt für Umwelt unterstützt Behörden und Bürger

  • bei der Beurteilung der Standsicherheit von Bauwerken
  • bei der Beurteilung der Standsicherheit von Böschungen und Hängen und
  • bei sonstigen geologischen und geotechnischen Sachverhalten.

Schwerpunkte der Ingenieurgeologie am LfU sind:

  • Erkundung des Untergrundes
  • Ingenieurgeologische Landesaufnahme
  • Geotechnik
  • Bodenmechanisches Labor und Felddienst
  • Messtechnik
  • Ingenieurgeologische Datenbanken

Der Untergrund unter unseren Füßen ist nicht immer so standfest, wie es zunächst seinen Anschein hat. Das weiß man spätestens seit dem Bau des Campanile in Pisa. Der "Schiefe Turm" war auf wenig belastbarem Baugrund begonnen worden. Er senkte sich bereits in der Bauphase stark. Man musste daher schon in einigen Metern Höhe Korrekturen vornehmen, die zu der charakteristischen gebogenen Form des Turmes führten. Und trotz umfangreicher technischer Sanierungsmaßnahmen ist der Baugrund auch heute noch nicht vollständig zur Ruhe gekommen.

Verschiedene Maschinen beim Einbau von Erdmaterial Bild vergrössern Bau der Zwischendeponie Brombachsee, lagenweiser Einbau von Erdmaterial, Bodenverbesserung

Um derartige Gefährdungen von vornherein zu vermeiden und die Risiken, die der Boden unter uns oder die Gesteinsmassen in den Bergen über uns bergen, für den Menschen kalkulierbar zu machen, braucht man fundierte fachliche Informationen. Mit Hilfe der Daten aus der Erkundung und geotechnischen Landesaufnahme ist es möglich, Aussagen über die Sicherheit von Baumaßnahmen, aber auch über natürliche Gefährdungen zu treffen.

Die Ingenieurgeologie ist ein interdisziplinäres Fachgebiet der angewandten Geologie. Sie ist Bindeglied zwischen der klassischen Geologie und dem konstruktiven Bauingenieurwesen. Sie befasst sich in den Tätigkeitsschwerpunkten Geologie, Geotechnik und Massenbewegungen intensiv mit den physikalischen Eigenschaften der Gesteine. Mit Versuchsanordnungen im Labor und im Gelände werden das Verformungsverhalten des Untergrundes ermittelt und Wechselwirkungen zwischen Bauwerk und Baugrund modelliert. Ingenieurgeologen und Geotechniker untersuchen die Wirkung des Grundwassers auf Gebirge und Bauwerke, beschreiben Hangbewegungen und schätzen die Gefahren für Mensch und Natur ab.

Schwerpunkte der Tätigkeit sind

  • die Beurteilung der geotechnischen Eigenschaften des Bodens als Baugrund und Baustoff,
  • die Bereitstellung von geologischen und geotechnischen Grunddaten sowie
  • die Dokumentation und Beratung in geotechnischen Fragestellung.

In speziellen Forschungsvorhaben werden alle wesentlichen Informationen über Massenbewegungen gesammelt, ausgewertet und in einem Informationssystem bereitgestellt. Damit sollen Gefährdungen frühzeitig erkannt und erforderliche Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Es werden außerdem Richtlinien, Arbeitsanweisungen und Merkblätter in Arbeitskreisen und Ausschüssen erarbeitet.