Bogenberg

Hoch überragt der Bogenberg, der "heilige Berg Niederbayerns", das ebene Donautal bei Straubing. Während der Würmeiszeit formte der Fluss seine steilen Hänge an der Süd- und Ostseite. Dort findet man eigenartig zerbrochene und aufgeriebene Gesteine, die fast den gesamten markanten Berg aufbauen.

Blick vom Bogenberg Bild vergrössern Blick vom Bogenberg

Anfahrt - so finden Sie zum Bogenberg

Die A3 an der Anschlussstelle 107 (Bogen) Richtung Bogen verlassen und der St2139 ca. 2,6 km zum Abzweig Bogenberg folgen. Rechts abbiegen und ca. 1,2 km bergauf fahren bis zum Parkplatz bei der Gaststätte unterhalb der Wallfahrtskirche.
Am schönsten lassen sich die Südwesthänge des Bogenbergs über den "Lippweg" erkunden (Wegweiser "zum Lippweg" am unteren Ende des Parkplatzes). Der Lippweg (Nr. 4) führt bergab bis zum Stadtrand von Bogen, von dort führt der Janerweg (Nr. 12) wieder steil bergauf zur Wallfahrtskirche.

Das Geotop ist Naturschutzgebiet und Lebensraum gefährdeter Arten. Bitte bleiben Sie auf den Wegen!

Beschreibung

Donaustörung und Donaurandbruch

Eine der bedeutendsten Bruchlinien in der Erdkruste Mitteleuropas ist die Donaustörung, die sich von der Oberpfalz bis weit nach Österreich erstreckt. Dort, wo sie auch als morphologisch auffällige Grenze in Erscheinung tritt, wird sie als Donaurandbruch bezeichnet. Dieser begleitet den südwestlichen Rand des Bayerischen Waldes auf einer Länge von über 80 km zwischen Regensburg und Vilshofen. An dieser Störungszone ist das Grundgebirge des Bayerischen Waldes um mehr als 1300 m gegenüber seinem Vorland angehoben worden.
Die Entwicklung der Störungszone begann bereits während der variszischen Gebirgsbildung vor ungefähr 330 Millionen Jahren. An tiefgreifenden Brüchen, zu denen auch die Zone des Bayerischen Pfahls gehört, wurden Teile der Erdkruste gegeneinander verschoben. Dabei wurden die Gesteine verformt und es bildeten sich neue Gesteine.
Im Zusammenhang mit der Gebirgsbildung der Alpen, die auch weiter entfernte Gebiete beeinflusste, lebte die alte Störungszone wieder auf. So war der Donaurandbruch insbesondere von der Kreidezeit bis in das Tertiär erneut aktiv.

Gesteine am Bogenberg

An den Felsklippen des Bogenberges kann man besonders auffällige Störungsgesteine finden, die unterschiedliche Arten der Deformation aufweisen. Zum einen treten Mylonite (von griechisch Mühle, zermahlen) auf, die in großer Tiefe unter hohen Druck- und Temperaturbedingungen zerschert und dabei plastisch verformt wurden. Sie zeigen eine feinlagige, "schiefrige" Struktur. Zum anderen gibt es Bereiche mit Kataklasiten (von griechisch Bruch, zerbrechen); dabei handelt es sich um Gesteine, die in geringer Tiefe zerschert und dabei zerbrochen wurden. Besonders auffällig an ihnen sind die mm- bis cm-großen Bruchstücke von Feldspäten mit teilweise rötlichen oder grünlichen Umwandlungserscheinungen.

Detail des Gesteins Bild vergrössern Die Gesteine zeigen kataklastische Bereiche mit großen, zerbrochenen Feldspäten, sowie feinlagige, mylonitische Partien

Der bayerische Geologe C. W. von Gümbel (1823 - 1898) erkannte als erster den besonderen Charakter dieser Gesteine und bezeichnete sie als "Winzergesteine", benannt nach dem Ort Winzer bei Osterhofen, der ebenfalls auf der Donaustörung liegt.

Entstehung des Bogenberges

Blick zur Wallfahrtskirche Bild vergrössern Felsige, von wärmeliebenden Pflanzen besiedelte Steihänge auf der Südseite des Bogenbergs

Sein heutiges, markantes Erscheinungsbild erhielt der Bogenberg durch Verwitterungs- und Erosionsprozesse in der Erdneuzeit. Seine flach nach Nordosten abfallende Hochfläche ist der Überrest einer Einebnungsfläche, die in der Tertiärzeit entstand. Im nachfolgenden Quartär und besonders seit der letzten Vereisung floss die Donau an der westlich davon liegenden, ausgeprägten Bruchzone, dem Donaurandbruch, entlang; dabei wurden die steilen Hänge an der Süd- und Ostseite durch die Erosion der Donau als Prallhänge herauspräpariert.

Natur- und Kulturdenkmal

Seine Bedeutung verdankt der Bogenberg der dominierenden Lage am Rand der Donauebene. Diese war sicherlich der Grund für den Bau der Wallfahrtskirche "Zum Heiligen Kreuz", der ältesten Marienwallfahrtskirche Bayerns. Archäologische Funde ergaben außerdem, dass der Berg bereits in der Bronzezeit besiedelt war. Die besonderen Standortbedingungen der steilen und felsigen Südwesthänge bieten Lebensräume für Wärme liebende Tier- und Pflanzenarten. Daher ist der Bereich als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Schild Naturschutzgebiet Bild vergrössern Schild Naturschutzgebiet

Geologische Karte/Zeittafel

Zeittafel mit (übereinanderliegend dargestellt): Erdfrühzeit (bis vor 545 Mio. Jahren), Erdaltertum (bis vor 250 Mio. Jahren, unterteilt in: Kambrium, Ordovizium, Silur, Devon, Karbon, Perm), Erdmittelalter (bis vor 65 Mio. Jahren, unterteilt in: Trias, Jura, Kreide), Erdneuzeit (bis Heute, unterteilt in: Tertiär, Quartär) Bild vergrössern Zeittafel. Die Entstehungszeit des Bogenbergs erstreckt sich von der Kreidezeit, bis Ende des Terziär

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