Werksandsteinbruch Höchberg

Der Werksandstein des Unteren Keupers ist aufgrund seiner guten Bearbeitbarkeit ein besonders zu Bildhauer-Arbeiten und zu Bauzwecken geeigneter Sandstein. Wegen seines weitflächigen Vorkommens im und um das Maindreieck wurde er früher in zahlreichen Steinbrüchen gewonnen. Bei Höchberg liegt einer der wenigen gut erhaltenen historischen Werksandsteinbrüche.

Felswand im Steinbruch Bild vergrössern Felswand im Steinbruch

Anfahrt - so finden Sie zum Werksandsteinbruch Höchberg

Die A3 an der Anschlussstelle Würzburg Kist verlassen, der B27 Richtung Würzburg ca. 2 km folgen und Richtung Höchberg abbiegen. Nach weiteren 1,5 km in Höchberg scharf links abbiegen und der Bürgermeister-Seubert-Straße folgen ca. 1,3 km folgen. Beim Festplatz gibt es mehrere Parkplätze. Ab hier zu Fuß über den Waldlehrpfad in wenigen Minuten ins Steinbruch-Gelände.

Das Geotop ist ein Naturdenkmal. Bitte bleiben Sie auf den Wegen!

Beschreibung

Die Zeit des Unteren Keupers

Nachdem sich das Meer der Muschelkalk-Zeit zurück gezogen hatte, entstand in der Zeit des Unteren Keupers vor ca. 225 Millionen Jahren in Mitteleuropa ein Bereich, in dem sich Land und Meer verzahnten. Die vielfältigen Gesteine spiegeln die unterschiedlichen Ablagerungsräume dieser Übergangszeit wider. So kommen Meeresablagerungen neben Ablagerungen aus Flüssen und Seen vor. Typische Flussablagerungen bilden den Werksandstein-Bereich, dessen Material bis von Skandinavien her nach Franken transportiert wurde ("Nordischer Keuper"). Charakteristisch sind die darin enthaltenen artenreichen Pflanzenreste. Dominierend sind Schachtelhalmgewächse, die Höhen bis zu fünf Meter erreichen konnten, daneben kommen Bärlappgewächse, Palmfarne und Koniferen vor. Aber auch bemerkenswerte Tierfossilien wurden im Werksandstein gefunden, wie Fische oder Mastodonsaurus, mit bis mehreren Metern Länge eines der gewaltigsten Amphibien der Erdgeschichte.

Grafik zum Ablagerungsraum von Werksandstein zur Zeit des unteren Keupers Bild vergrössern Grafik zum Ablagerungsraum von Werksandstein zur Zeit des unteren Keupers

Aufgrund der kohlenartigen Pflanzenreste und der verbreiteten tonigen Gesteine, wurde der Untere Keuper früher auch "Lettenkohlenkeuper" genannt. Da sich in den tonigen Schichten Wasser staut, finden sich z.B. auch im Westen und Südwesten Höchbergs zahlreiche feuchte Stellen, Quellen, Tümpel und Moore wie die Seewiesen oder der Bauernsee.

Werksandstein oder Würzburg-Formation

Die abwechslungsreichen Ablagerungen der "Tonstein-Gelbkalk-Schichten" des Unteren Keupers werden heute als "Erfurt-Formation" bezeichnet. Sie werden durch den stark sandig ausgebildeten "Werksandstein-Bereich" der "Würzburg-Formation" unterbrochen. Der Werksandstein wurde in einem System komplex verbundener Flussrinnen gebildet, die sich aus nördlicher Richtung über den größten Teil Mitteleuropas verbreiteten. Die feinkörnigen, tonig gebundenen, Glimmer-führenden Sandsteine dieses Horizonts sind grünlichgelb bis gelblich und verfärben sich durch Verwitterung ockergelb bis bräunlich. Rötlich-violette Varietäten werden als "Blutsandstein" bezeichnet. Die grünliche Nuance des Gesteins geht auf den Gehalt an den grünen Mineralen Chlorit und Glaukonit zurück. Da Glaukonit nur im Salzwasser gebildet werden kann, wird vermutet, dass die Sande in einem zeitweilig vom Meer beeinflussten Flussdelta abgelagert wurden.

Verwendung des Werksandsteins

Die Verwendung von Werksandstein ist bereits seit dem Jahr 1349 aus dem Gebiet von Egenhausen westlich Schweinfurt belegt. In der Folge entstanden zahlreiche Brüche für den lokalen Bedarf im Bereich des Maindreiecks, aber neben unzähligen Profanbauten wurde der Werksandstein auch für repräsentative Bauwerke wie die Würzburger Residenz verwendet. Das Material hierfür stammt aus den Steinbrüchen am Faulenberg im Stadtteil Lengfeld, die heute verfüllt sind. Wegen seiner guten Bearbeitbarkeit ist der Stein auch für Skulpturen und Bildstöcke geeignet. Auch Tilman Riemenschneider verwendete ihn für einige seiner Meisterwerke. Wegen der relativ geringen Witterungsbeständigkeit wird der Werksandstein heute immer weniger genutzt. Abgebaut wird er nur noch in Schleerieth bei Schweinfurt.

aa Bild vergrössern Bildstock aus "Blutsandstein"

Werksandsteinbruch Höchberg

Im Steinbruch Höchberg wurde bis 6 Meter mächtiger fester Werksandstein abgebaut. Darüber sind noch sandige Tonschiefer mit Kalksteinbänken ("Albertibank") aufgeschlossen. Von den rund 150 bekannten Werksandstein-Abbauen in Franken ist der Steinbruch Höchberg einer der größten und am besten erhaltenen. Er ist als Naturdenkmal geschützt.

Geologische Karte/Zeittafel

Zeittafel mit (übereinanderliegend dargestellt): Erdfrühzeit (bis vor 545 Mio. Jahren), Erdaltertum (bis vor 250 Mio. Jahren, unterteilt in: Kambrium, Ordovizium, Silur, Devon, Karbon, Perm), Erdmittelalter (bis vor 65 Mio. Jahren, unterteilt in: Trias, Jura, Kreide), Erdneuzeit (bis Heute, unterteilt in: Tertiär, Quartär) Bild vergrössern Zeittafel. Die Gesteine des Werksandsteinbruchs Höchberg entstand zur Zeit des Trias

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