Höhlenruine Riesenburg

Die Riesenburg stellt die Überreste einer ausgedehnten Karsthöhle im so genannten Frankendolomit dar, die durch teilweise Auflösung des Gesteins unter Einwirkung von Wasser entstand. Später schnitt der Fluss Wiesent die Höhle an und erweiterte sie, wodurch große Teile der Decke einstürzten. Die vorhandenen Bögen stellen die Relikte des ehemaligen Höhlendaches dar.

In der Höhlenruine Riesenburg Bild vergrössern In der Höhlenruine Riesenburg

Anfahrt - So finden Sie die Höhlenruine Riesenburg

Die Autobahn A73 (Erlangen - Bamberg) an der Anschlussstelle Forchheim Süd verlassen. Der Hauptstraße nach Forchheim folgen. Ab hier auf der B470 für etwa 28 km bis Behringersmühle, dort nach links entlang der Wiesent Richtung Doos.
Der St2191 4,5 km folgen bis zum Parkplatz Riesenburg auf der linken Seite. Vom Parkplatz den Treppen folgend zur Höhlenruine Riesenburg.

Beschreibung

Entstehung des Frankendolomits

Zur Zeit des Oberen Juras, vor etwa 150 Millionen Jahren, kam es zu einem weltweiten Meeresspiegelanstieg. Auch Süddeutschland wurde überflutet und es entstand ein flaches Schelfmeer, welches Verbindung zum südlichen "Ur-Mittelmeer" hatte. Unter den damals tropischen Klimabedingungen kam es in dem warmen Flachmeer zunächst zur Bildung von Kalkgesteinen. Später siedelten sich Kieselschwämme an, die teilweise mächtige Riffe aufbauten. Die Riesenburg liegt im Bereich eines derartigen Schwammriffes.

Durch Austausch von Magnesium aus dem Meerwasser und Kalzium aus den Kalkablagerungen bildete sich im Zuge der Gesteinsverfestigung noch im Jura aus dem ursprünglichen Kalkstein ein massiger Dolomitstein, bestehend aus Magnesiumkarbonat. Dieser so genannte Frankendolomit, der besonders standfest und verwitterungsbeständig ist, baut einen Großteil der markanten Felsgebilde der Frankenalb auf.

Die Bildung von Karsthöhlen

Hebungen der europäischen Kontinentalplatte gegen Ende des oberen Jura führten zu einem Rückzug des Meeres. Zu Beginn der folgenden Kreidezeit war das Gebiet der heutigen Frankenalb zunächst Festland. Während dieser Zeit herrschte tropisches Klima und es kam zu einer intensiven Verwitterung der vorher entstandenen Kalk- und Dolomitgesteine.

Regenwasser nimmt CO2 aus der Atmosphäre und beim Versickern aus dem Boden auf. Entlang von Trennflächen im Gestein, so genannten Klüften, kann dieses Kohlensäurehaltige Wasser in den Gesteinsverband eindringen. Die leichte Säure vermag Kalk bzw. Dolomit zu lösen und bewirkt im Lauf der Zeit die Bildung von Hohlräumen im Gestein. Durch diese "Verkarstung" entstehen unterirdische Hohlraumsysteme, die schließlich das Gebiet komplett unterirdisch entwässern.

In der Zeit der Oberkreide stieß erneut ein Meer in den Bereich der Frankenalb vor. Die darin liegenden Karsthöhlen wurden meist mit Sedimenten verfüllt. In der Tertiär-Zeit erfolgte durch regionale Hebung ein erneuter Meeresrückgang sowie eine teilweise Freilegung der Juralandschaft.

Wie entsteht eine Höhlenruine?

Blockbild zur Entstehung der Höhlenruine Bild vergrössern Entstehung der Höhlenruine

Von der ursprünglichen Höhle ist an der Riesenburg fast nichts mehr zu erkennen. Der möglicherweise bereits in der Unterkreidezeit angelegte Hohlraum ist fast vollständig mit lehmigen Sedimenten verfüllt. Erst durch die Eintiefung des Wiesenttales in der jüngsten Erdgeschichte wurde der talnahe Teil der Höhle wieder frei geräumt und erweitert.
Dadurch fehlten nun die umgebenden Gesteine und die Hohlraumfüllung, welche die Höhle vorher stabilisiert hatten; Teile des Höhlendaches wurden instabil und stürzten ein, nur die drei erhaltenen Bögen der Riesenburg blieben als seine Relikte stehen. Weiterhin sind Überhänge, so genannte Balmen erhalten. Sie sind der Lebensraum von einzigartigen Pflanzengemeinschaften, den so genannten Balmenfluren.

Die Riesenburg im Wandel der Zeit

Die wildromantische Szenerie der Riesenburg erregte schon früh das Interesse der Menschen. Sie wurde schon Anfang des 19. Jahrhunderts zu einem Ausflugsziel, das unter anderem König Ludwig I. besuchte. Damals wurde die Riesenburg von einem Grafen gekauft, der die vorher kahlen Hänge aufforsten ließ, um die romantische Wirkung der Felsen zu erhöhen. Heute sind die Hänge in der Region dagegen fast durchwegs bewaldet und Felsen wie die Riesenburg müssen gezielt freigestellt werden, um Besucher darauf aufmerksam zu machen.

Geologische Karte/Zeittafel

Geologische Karte der Umgebung der Höhlenruine Bild vergrössern Geologische Karte der Umgebung der Höhlenruine
Zeittafel mit (übereinanderliegend dargestellt): Erdfrühzeit (bis vor 545 Mio. Jahren), Erdaltertum (bis vor 250 Mio. Jahren, unterteilt in: Kambrium, Ordovizium, Silur, Devon, Karbon, Perm), Erdmittelalter (bis vor 65 Mio. Jahren, unterteilt in: Trias, Jura, Kreide), Erdneuzeit (bis Heute, unterteilt in: Tertiär, Quartär) Bild vergrössern Zeittafel. Das Gestein der Höhlenruine entstand zur Zeit des Oberen Jura

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