Serpentinit-Härtling am Föhrenbühl

Der Föhrenbühl bei Grötschenreuth bildet einen markanten Höhenzug, an dessen Kammbereich nur selten aufgeschlossene ultrabasische Gesteine der Erbendorfer Grünschieferzone anstehen. Sie stammen vom Boden eines ehemaligen Ozeans des Erdaltertums.
Der Name Föhrenbühl beruht auf dem speziellen Bewuchs, der sich auf dem nährstoffarmen Boden angesiedelt hat.

Der Serpentinit-Härtling Bild vergrössern Der Serpentinit-Härtling
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Anfahrt - So finden Sie den Serpentinit-Härtling Föhrenbühl

Von Norden verlässt man die A93 an der Ausfahrt Falkenberg und fährt auf der B 299 Richtung Amberg ca. 12 km bis Erbendorf. Vom Ortszentrum der St 2181 Richtung Marktredwitz ca. 3 km nach Grötschenreuth folgen. Dort rechts abbiegen und zum Parkplatz am Ortsrand fahren.

Von Süden verlässt man die A93 an der Ausfahrt Neustadt an der Waldnaab und fährt auf der B 22 Richtung Bayreuth ca. 20 km bis Erbendorf. Weiter wie oben beschrieben.

Beachten Sie bitte: Der Föhrenbühl ist Naturschutzgebiet!
Die geologische und landschaftliche Besonderheit des Föhrenbühls und der dadurch bedingte Bewuchs mit seltenen und streng geschützten Pflanzenarten führte zur Ausweisung des Föhrenbühls als Naturschutzgebiet. Bitte bleiben Sie auf den Wegen, halten Sie Hunde an der Leine und schützen Sie die empfindliche Vegetation!

Die Gesteine der Erbendorfer Grünschieferzone

Rund um Erbendorf besteht der Untergrund aus basischen und ultrabasichen Gesteinen, also Gesteinen mit sehr wenig Kieselsäure (SiO2). Sie sind fast durchweg grünlich gefärbt, weswegen man auch von der "Erbendorfer Grünschieferzone" spricht. Die basischen Anteile entstanden aus magmatischen Gesteinen (Basalten) einer ehemaligen ozeanischen Erdkruste, die schweren ultrabasischen Gesteine stammen aus dem unter diesem Ozeanboden liegenden Erdmantel.

Im oberen Devon, vor etwa 375 Millionen Jahren, kam es zur Kollision verschiedener Kontinente, wodurch auch Teile des ehemaligen Ozeanbodens zwischen kontinentale Platten geschoben und tief in die Erdkruste versenkt wurden. Unter der Einwirkung von Hitze und Druck im Erdinneren wandelten sich die ultrabasischen Gesteine des Erdmantels in Serpentinite um, aus den basaltischen Gesteinen des Ozeanbodens entstanden Grünschiefer und Amphibolite.

Besondere Gesteine am Föhrenbühl

Beispiel für Grünschiefer und Serpentinit Bild vergrössern Grünschiefer und Serpentinit

Teilweise wurden die Minerale der Serpentinite später in Talk und Chlorit umgewandelt, wodurch vor allem in Bereichen starker tektonischer Durchbewegung sogenannte "Topfsteinlager" entstanden. Diese weichen und besonders leicht zu bearbeitenden Gesteine sind begehrter Rohstoff für feuerfeste Produkte und die keramische Industrie.
Sie wurden früher im Westen des Föhrenbühls und im "Marienstollen" nördlich von Erbendorf abgebaut. Während der Variszischen Gebirgsbildung kam es im oberen Karbon vor etwa 315 Millionen Jahren zu weiteren Gesteinsumwandlungen: Zu dieser Zeit nahm tief in der Erdkruste das glutflüssige Magma des Steinwald-Granits neben der Erbendorfer Grünschieferzone Platz.
Durch die hohe Temperatur in der Nachbarschaft des Granits wandelten sich die Serpentinite in Serpentinit-Hornfelse um, die heute vor allem den Kammbereich des Föhrenbühls bilden. Bei diesem Prozess neu entstandene Minerale wie Olivin, Pyroxen und Hornblende verleihen dem Gestein ein körniges Aussehen.

Warum ist hier ein Hügelzug?

Zusammen mit den nördlich anschließenden Grünschiefern und Amphiboliten bilden die Serpentinit-Hornfelse des Föhrenbühls eine tektonische Schuppe von etwa einem Kilometer Länge. Der wenig nördlich des Föhrenbühl-Kammes verlaufende Kontakt zwischen den ultrabasischen und basischen Gesteinen entspricht vermutlich der ehemaligen Grenze zwischen dem Erdmantel und der Kruste des Ozeanbodens.
Die besondere Verwitterungsresistenz des Serpentinit-Hornfelses führte zur Ausbildung des seine Umgebung überragenden Härtlings.

Wie kam der Föhrenbühl zu seinem Namen?

Die dünnen Verwitterungsböden über ultrabasischen Gesteinen zeichnen sich durch eine besondere mineralische Zusammensetzung aus. Hohe Magnesiumgehalte stehen einer allgemeinen Nährstoffarmut gegenüber. Auf diesen ungewöhnlichen Böden entwickelte sich ein charakteristischer Bewuchs mit Föhren (Kiefern) und zahlreichen seltenen Pflanzenarten. So kommt beispielsweise der streng geschützte Serpentinit-Zeigerfarn Asplenium adulterinum ausschließlich auf ultrabasischen Gesteinen vor. Am Föhrenbühl findet sich eines der wenigen größeren Vorkommen in Bayern.

Geologische Karte/Zeittafel

Zeittafel mit (übereinanderliegend dargestellt): Erdfrühzeit (bis vor 545 Mio. Jahren), Erdaltertum (bis vor 250 Mio. Jahren, unterteilt in: Kambrium, Ordovizium, Silur, Devon, Karbon, Perm), Erdmittelalter (bis vor 65 Mio. Jahren, unterteilt in: Trias, Jura, Kreide), Erdneuzeit (bis Heute, unterteilt in: Tertiär, Quartär) Bild vergrössern Zeittafel. Die Gesteine der Erbendorfer Grünschieferzone entstanden während der unteren Zeiten des Erdaltertums (Kambrium, Ordovizium, Silur)

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