Diabasbruch am Galgenberg

Das Geotop "Diabasbruch am Galgenberg" bei Bernstein am Wald erschließt dunkle Diabase aus dem Oberdevon. Dieses vulkanische Gestein entstand aus untermeerisch ausgeflossener Basaltlava, was die kissenförmig ausgebildeten Gesteinskörper (englisch "pillows") im Steinbruch verraten.

Blick auf den Diabasbruch Bild vergrössern Blick auf den Diabasbruch

Anfahrt - So finden Sie den Diabasbruch am Galgenberg

Autobahn A 9 Bayreuth - Hof, Anschlussstelle 32 Brunn, auf der 173 Richtung Naila, Wallenfels, Kronach.
Etwa 5 Kilometer vor Wallenfels Richtung Bernstein abbiegen.
Der Steinbruch Galgenberg ist ausgeschildert.

Beschreibung

Die Vulkanite des Erdaltertums

Detailaufnahme im Diabasbruch Bild vergrössern Detailaufnahme im Diabasbruch

Während des frühen und mittleren Erdaltertums lag das heutige Mitteleuropa nahe dem sich aufspaltenden Nordrand einer gewaltigen Landmasse ("Gondwana").
Zwischen auseinander driftenden Krustenplatten entstand dort neuer Meeresboden mit regem Vulkanismus. Die submarine vulkanische Tätigkeit förderte Lavaströme und Aschen, die sich als Tuffe ablagerten. Während des späteren Erdaltertums kollidierten die Kontinente und bildeten das "Variszische Faltengebirge", zu dem auch der heutige Frankenwald gehört.

Die Diabase am Galgenberg

Der Aufschluss am Galgenberg zeigt Diabas in mehreren Ausbildungsformen: Es lassen sich feinkörniger Diabas, Diabas-Mandelstein (Diabas mit weißen, kalzit-gefüllten Bläschen) sowie Diabas-Tuffe und -Brekzien (vulkanische Aschen- und Trümmergesteine) voneinander unterscheiden.
Im nördlichen Teil des Aufschlusses sind typische Pillows - kissenförmige Diabaskörper mit gewölbter Oberseite und flacherer Unterseite - gut zu beobachten. Als Besonderheit kommt in kleinen Bereichen das schwere, fast schwarze Gestein "Pikrit" vor. über dem Diabas sind bunte oberdevonische Tonschiefer aufgeschlossen.

Der Diabas-Mandelstein entsteht aus gasreicher Lava. Die ursprünglichen Gasblasen bleiben zunächst als Hohlräume erhalten und werden später durch zirkulierende, karbonathaltige Wässer mit Kalzit ausgefüllt. Diabas-Tuffe und -Brekzien sind das Ergebnis eines stärker explosiven Vulkanismus. Asche, Lapilli und Bomben - explosiv ausgestoßene Lava-Komponenten von Staub- bis Kopfgröße - werden in mehr oder weniger dicken Schichten abgelagert. Der Pikrit ist ein im wesentlichen aus den dunkelgrünen und schweren Mineralen Olivin und Pyroxen bestehendes vulkanisches Gestein, das auch einen hohen Anteil an dem Eisen-Mineral Magnetit enthält.

Wann entstand der Diabas?

Die anstehenden Diabase lassen sich aufgrund der mit ihnen verzahnten, fossilführenden Tonschiefer ins Oberdevon einordnen. Sie sind vor etwa 370 Millionen Jahren als Lava aus untermeerischen Vulkanen oder vulkanischen Spaltensystemen ausgetreten.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Diabase

Diabase wurden und werden im Frankenwald in großen Steinbrüchen abgebaut. Sie finden Verwendung als Zuschlag für Beton und als Rohmaterial zur Herstellung von Steinwolle. Gemahlen werden sie als Mineraldünger (sog. Urgesteinsmehl) verkauft.

Wie entsteht Kissenlava?

Erläuterung der Schemazeichnung in der Bildunterschrift Bild vergrössern Der steigende Druck innerhalb des ersten Pillows führt zu einem Durchbruch der dünnen Aussenhaut und zur Bildung weiterer Lavakissen
Erläuterung der Schemazeichnung in der Bildunterschrift Bild vergrössern Enstehung weiterer Pillows durch anhaltenden Magmazustrom

Die Entstehung von Pillows ist auch heute noch (z. B. auf Hawaii) zu beobachten: Kommt glutflüssige Lava in Kontakt mit Wasser, wird ihre Oberfläche schlagartig abgekühlt. Als Folge bildet sich eine dünne Kruste um einen noch flüssigen Kern.
Nachdringende Lava lässt die entstandene Kruste aufplatzen, neue Kissen formen sich. Für Geologen haben diese Strukturen neben dem Hinweis auf untermeerische vulkanische Tätigkeit noch einen weiteren Nutzen:
Ein Lavakissen besitzt eine nach außen gewölbte Oberseite und eine flachere oder nach innen gewölbte Unterseite. In tektonisch gestörten oder gefalteten Gesteinsserien wie im Frankenwald zeigen sie die einstige Ablagerungsrichtung an - die stärkere Wölbung weist immer nach "oben".

Geologische Karte/Zeittafel

Zeittafel mit (übereinanderliegend dargestellt): Erdfrühzeit (bis vor 545 Mio. Jahren), Erdaltertum (bis vor 250 Mio. Jahren, unterteilt in: Kambrium, Ordovizium, Silur, Devon, Karbon, Perm), Erdmittelalter (bis vor 65 Mio. Jahren, unterteilt in: Trias, Jura, Kreide), Erdneuzeit (bis Heute, unterteilt in: Tertiär, Quartär) Bild vergrössern Zeittafel. Der Diabas entstand zur Zeit des Devon

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