Burgruine Rotenhan

Als eine der ungewöhnlichsten Burganlagen Bayerns gilt die Ruine Rotenhan bei Ebern. Als man um das Jahr 1200 den unteren Teil der Burg in den Sandsteinfelsen der Rhät-Lias-Übergangsschichten anlegte, wurden einige Bauteile sogar gänzlich aus dem Felsen herausgemeißelt. Stellenweise sind die alten Bearbeitungsspuren noch im Detail zu erkennen.

Burgruine Rotenhan aus verschiedenen Blickwinkeln Bild vergrössern Burgruine Rotenhan
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Anfahrt - So finden Sie die Burgruine Rotenhan

Über A70 oder A73 zum Autobahnkreuz Bamberg. Dort auf die B173 Richtung Coburg/Kronach wechseln. Diese nach etwa fünf Kilometern an der AS Breitengüßbach Mitte verlassen und in die B279 Richtung Baunach einbiegen. Der B279 folgen und an der Stadt Ebern vorbeifahren.
Danach rechts Richtung Eyrichshof abbiegen. In Eyrichshof nach links abbiegen (Kurzewinderstraße) und linkshaltend Richtung Rotenhan fahren. Nach einem Kilometer erreicht man den Parkplatz an der Ruine Rotenhan.

Betreten des Geländes auf eigene Gefahr. Der Besitzer übernimmt keine Haftung! Helfen Sie mit dieses einmalige Denkmal zu erhalten! Bitte verändern oder zerstören sie die Steinblöcke und den Bewuchs nicht und schlagen sie nichts ab!

Beschreibung

Die Zeit des Rhät und Unteren Lias

Vor ca. 200 Millionen Jahren, am Ende der Trias (Rhät = Oberer Keuper) und zu Beginn des Jura (Lias) überflutete von Nordwesten her ein Meer das heutige Süddeutschland.
Teile des heutigen Ober- und Unterfranken lagen im Küstenbereich des "Vindelizisch-Böhmischen Landes". Hier wurden in einem großen Flussdelta wechselnd feinkörnige und sandige Sedimente abgelagert, die später zu Ton und Sandstein verfestigt wurden. Da man im Gelände die Gesteine des Rhät und Lias nicht unterscheiden kann, benannte man diese wechselhafte Schichtfolge als Rhät-Lias-Übergangsschichten. Noch im Unteren Lias wurde das Flussdelta schließlich vollständig vom Meer überflutet.

Rhätolias-Sandstein

Grafik zur Erläuterung des nachfolgenden Textes Bild vergrössern Gegen Ende der Trias (Rhät) überflutete ein Meer das heutige Süddeutschland. Die Sandsteine der Ruine Rotenhan entstanden aus Ablagerungen großer Flussdeltas im Küstenbereich dieses Meeres

Die Ruine Rotenhan besteht aus großen Felsblöcken der Rhät-Lias-Übergangsschichten, im wesentlichen einem mittel- bis grobkörnigen Sandstein, der fast ausschließlich Quarzkörner enthält. Diese sind durch Quarzausscheidungen miteinander verkittet. In dem Gestein lassen sich überall für Flusssande typische Sedimentationsstrukturen (z.B. Schrägschichtung) erkennen.
Dass der Sandstein leicht bearbeitet werden konnte, sieht man heute noch anhand von Werkzeugspuren an den Felsblöcken. Dennoch ist er aber sehr standfest und verwitterungsbeständig und daher als Baumaterial hervorragend geeignet. Sandsteine der Rhät-Lias-Übergangsschichten werden bis heute als Bau- und Fassadensteine gewonnen und prägen das Bild vieler historischer Bauten Frankens.

Rutschiger Untergrund

Zwar sind die Sandsteine der Rhät-Lias-Übergangsschichten selbst sehr standfest, nicht aber ihr Untergrund. Sie wechseln mit weicheren, tonigen Sedimenten ab, außerdem liegen die Rhät-Lias-Übergangsschichten selbst auf den „Feuerletten“, einer Abfolge rotgefärbter Ton und Tonmergelsteine des Oberen Keupers.
Da Tone in Verbindung mit Wasser ausgesprochen rutschig werden, können Sandsteinkörper, die sich mit der Zeit an Hängen aus dem festen Gesteinsverband gelöst haben, abwärts rutschen. Genau dies ist vermutlich mit den Sandsteinblöcken an der Ruine Rotenhan passiert, allerdings lange bevor die Burg errichtet wurde.

Die Burg im Felsen

Die Burg Rotenhan wurde auf großen Sandsteinblöcken am Hang des Baunachtales errichtet. Diese dienten als Eckpunkte der Burganlage und wurden bearbeitet, um sie als Unterbau verwenden zu können. Deutlich lassen sich heute noch Widerlager für Holzbalken sowie Fundamentabstufungen für das Mauerwerk erkennen. Ein Teil der Burganlage wie beispielsweise der Zugang zur Burg, Türen, Treppenanlagen und eine Zisterne wurden sogar direkt aus den Felsblöcken herausgemeißelt.
Bereits 1323 wurde die erst Ende des 12. Jahrhunderts errichtete Burg des Adelsgeschlechtes Rotenhan zerstört und durfte nicht wieder aufgebaut werden. Stattdessen entstand als Stammsitz im Tal die Burg Eyrichshof. Dort wurden Mauersteine der geschleiften Burg Rotenhan als Bausteine wieder verwendet. Von der Ruine Rotenhan blieb daher kein Mauerwerk, sondern nur das bearbeitete natürliche Fundament mit den kunstvoll direkt in den Fels geschlagenen Strukturen zurück.

Geologische Karte/Zeittafel

Zeittafel mit (übereinanderliegend dargestellt): Erdfrühzeit (bis vor 545 Mio. Jahren), Erdaltertum (bis vor 250 Mio. Jahren, unterteilt in: Kambrium, Ordovizium, Silur, Devon, Karbon, Perm), Erdmittelalter (bis vor 65 Mio. Jahren, unterteilt in: Trias, Jura, Kreide), Erdneuzeit (bis Heute, unterteilt in: Tertiär, Quartär) Bild vergrössern Zeittafel. Das Gestein entstand zum Ende des Trias, Beginn des Jura

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