Steinerne Frau am Walberla

An ihrem Westrand ist der Frankenalb mit dem Walberla ein Zeugenberg vorgelagert. Seine Hochfläche umsäumen steil abfallende Felswände aus Dolomitgestein. Verwitterung und Abtragung zergliederten das massige, von senkrechten Klüften durchsetzte Gestein, wobei markante Felstürme wie die "Steinerne Frau" am Westrand des Walberla entstanden.

Blick auf die Steinerne Frau am Walberla Bild vergrössern Steinerne Frau am Walberla

Anfahrt - So finden Sie die Steinerne Frau am Walberla

Die Autobahn A73 (Erlangen-Bamberg) an der Anschlussstelle Forchheim Nord bzw. Forchheim Süd verlassen. Jeweils der Hauptstraße nach Forchheim hinein folgen. Dort in die B470 Richtung Ebermannstadt einbiegen. Nach sieben bzw. sechs Kilometern die Straße nach rechts nach Kirchehrenbach nehmen. Im Ort der Beschilderung zum Walberla bis zum Parkplatz folgen. Das Geotop ist von hier ausgeschildert.
Der Zugang zum Geotop ist auch über den Wanderparkplatz von Schlaifhausen möglich.

Das Geotop ist Teil des Naturschutzgebietes und Lebensraum gefährdeter Arten. Bitte bleiben Sie auf den Wegen!

Beschreibung

Die Zeit des Jura

Zu Beginn des Jura vor ca. 200 Millionen Jahren drang von Nordwesten ein Meer nach Mitteleuropa vor und dehnte sich schließlich über fast ganz Süddeutschland aus. Fast 60 Millionen Jahre lang setzten sich am Grund des Flachmeeres Sedimente ab, die heute die Gesteine des Frankenjura bilden.
Im Unteren Jura (Lias) lag das Gebiet zunächst noch am Rand des Meeres. Flüsse schütteten vom Festland Sande in das Becken. Bald darauf verlagerte sich die Küste weiter nach Südosten und im stilleren Wasser kam es zur Ablagerung von vorwiegend dunklen Tonen und Mergeln. Im Mittleren Jura (Dogger) gelangte zeitweilig wieder etwas gröberes Material in das Meer, woraus braune, eisenreiche Sandsteine entstanden, die wiederum von Tonen überlagert sind.

Die Kalke und Dolomite, die heute so entscheidend das Landschaftsbild der Fran-kenalb prägen, bildeten sich vor etwa 150 Millionen Jahren im Oberen Jura (Malm). Zu dieser Zeit begünstigte ein tropisch-warmes Klima in dem nunmehr lagunenartig gegliederten Schelfmeer die Kalkfällung. Es entstanden zunächst Kalk-Mergel-Abfolgen. An einigen Stellen siedelten sich Kieselschwämme, Algen und Mikroben an, welche die Kalkfällung verstärkten. Bald wuchsen über den Boden des Jurameeres flache Riffkuppeln, aus denen sich ausgedehnte Riffkomplexe entwickelten. In den dazwischen liegenden flachen Becken bildeten sich geschichtete Kalke. Teile der ursprünglich kalkigen Ablagerungen, vor allem die massigen Riffgesteine, wurden noch im Jura zu widerstandsfähigerem "Frankendolomit" umgewandelt.

Die Gesteine am Walberla

Schematischer Schnitt durch den Berg Bild vergrössern Schematischer Schnitt

Kalke und Dolomite des Malm bauen die morphologisch herausragende Fläche der Nördlichen Frankenalb auf. Ihr vorgelagert thront am Ausgang des Wiesenttales das Walberla (Ehrenbürg) als Zeugenberg.
Dieser Berg "bezeugt" die ehemals größere Ausdehnung der Frankenalb. Anders als in der Umgebung blieben hier der verwitterungsbeständige Dolomit und damit die unterlagernden, weicheren Gesteine von der Abtragung verschont.

Am geologischen Aufbau des fast 260 Meter hohen Zeugenbergs sind Gesteine der obersten Trias, des Lias, Dogger und Malm beteiligt. Beim Anstieg durchwandert man sozusagen 60 Millionen Jahre Erdgeschichte. Besonders auffällig sind die Felswände aus massigem Frankendolomit. Diese ehemaligen Riffgesteine bauen auch die beiden Gipfelkuppen auf. In der dazwischen liegenden Senke findet man gebankte Kalke, die aber stärker abgetragen wurden als der Riffdolomit.

Wie ist die "Steinerne Frau" entstanden?

Die Verwitterung wirkt am harten Dolomit bevorzugt an senkrechten Klüften. Mit der Zeit vergrößern sich die Risse so weit, dass schließlich einzelne Felstürme wie die "Steinerne Frau" entstehen. Dieser markante Felsturm ist im unteren Teil noch nicht vollständig von der Wand abgetrennt, während die Wiesenthauer Nadel (ein Stück weiter südlich, ebenfalls von hier aus sichtbar) und die Zwillingsfelsen am Ostrand des Walberla bereits frei am Hang stehen.
Auch die zukünftige Entwicklung der Felstürme zeichnet sich bereits ab: Ohne die stützende Verbindung zum benachbarten Gestein öffnen sich die Klüfte immer weiter und die Felsen neigen sich allmählich Richtung Tal, bis sie schließlich umstürzen.

Schematische Entwicklung eines Zeugenbergs am Beispiel des Walberla

Gezeichnetes Blockbild: Spornbildung Bild vergrössern Infolge ungleichmäßigem Verwitterungsverhaltens bildet sich im Bereich von härteren Gesteinspartien an der zurückweichenden Schichtstufe ein Sporn aus
Gezeichnetes Blockbild: Abtrennung des Sporns von der Schichtstufe Bild vergrössern Im Laufe der Zeit wird der Sporn infolge seitlich angreifender Erosion von der Schichtstufe abgetrennt

Geologische Karte/Zeittafel

Geologische Karte der Umgebung der Steinernen Frau am Walberla Bild vergrössern Geologische Karte der Umgebung der Steinernen Frau am Walberla
Zeittafel mit (übereinanderliegend dargestellt): Erdfrühzeit (bis vor 545 Mio. Jahren), Erdaltertum (bis vor 250 Mio. Jahren, unterteilt in: Kambrium, Ordovizium, Silur, Devon, Karbon, Perm), Erdmittelalter (bis vor 65 Mio. Jahren, unterteilt in: Trias, Jura, Kreide), Erdneuzeit (bis Heute, unterteilt in: Tertiär, Quartär) Bild vergrössern Zeittafel. Das Gestein der steinernen Frau entstand zur Zeit des Jura

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