Burgberg Falkenberg

Der Felsen, auf dem die Burg Falkenberg steht, ist die Typlokalität für den Falkenberger Granit. Hier wurde auch der Begriff "Wollsackverwitterung" erstmalig verwendet.

Burg und Schautafel Bild vergrössern Burg und Schautafel

Anfahrt - So finden Sie den Burgberg bei Falkenberg

Autobahn A93 Weiden - Hof, Anschlussstelle 19 Falkenberg. Richtung Tirschenreuth B299, nach ca. 2 km Richtung Falkenberg abbiegen und bis zur Burg fahren.

Das Geotop ist ein Naturdenkmal. Bitte bleiben Sie auf den Wegen!

Beschreibung

Wann ist der Falkenberger Granit entstanden?

Mit Hilfe des radioaktiven Zerfalls einiger chemischer Elemente in bestimmten Mineralen konnten fast alle Granite Ostbayerns zeitlich eingeordnet werden. Der Falkenberger Granit gehört demnach zur Gruppe der älteren variszischen Granite, die vor 310 bis 320 Millionen Jahren, etwa in der Mitte des Karbons, aufgedrungen und erstarrt sind.

Seine wirtschaftliche Bedeutung

Vor allem die grobkörnigen, porphyrisch oder farbintensiv ausgebildeten Granite werden als Werksteine für Fassaden, Grab- und Denkmäler oder auch als Pflastersteine verwendet. Falkenberger Granit tritt nur an wenigen Stellen unzersetzt zu Tage.
Früher wurde er bei Hohenwald, als helle Varietät auch bei Liebenstein ("Eisgranit"), gebrochen.

Der Falkenberger Burgfelsen

Für Granite ist die Kombination aus horizontaler und vertikaler Klüftung typisch. Sie ist zum einen eine Folge der Schrumpfung bei der Abkühlung des Magmas, vor allem aber bestimmen oberflächenparallele "Entlastungsklüfte" die heutige Struktur des Granitkörpers.
An diesen Schwächezonen greift die Verwitterung an. Sie rundet die zunächst kantigen Kluftkörper und führt so zum Bild gestapelter Säcke ("Wollsackverwitterung"). Der Burgberg von Falkenberg wird als "Typlokalität" für diese spezielle Verwitterungsform bezeichnet, die hier erstmals beschrieben wurde.

Wie entstand der Falkenberger Granit?

Detailaufnahme des Materials Bild vergrössern Detailaufnahme des Materials

Der Falkenberger Burgfelsen besteht aus porphyrischem Granit, das heißt, in einer feinerkörnigen Grundmasse aus Quarz, Feldspat und Glimmer (vorwiegend der dunkle Glimmer Biotit) sind wesentlich größere Kristalle (Einsprenglinge) aus Kali-Feldspat, eingestreut.
Früher hielt man Granit für eine Art Ur-Magma oder Urgestein. Heute wissen wir, dass Granit dann entstehen kann, wenn kieselsäurereiche Gesteine der Erdkruste tief genug versenkt und bei hohen Druck- und Temperaturbedingungen aufgeschmolzen werden. Je langsamer die Abkühlung erfolgt, desto gröber kristallin wird das Gestein, da die in der Schmelze "schwimmenden" Kristalle Zeit zum Wachsen haben.

Das Variszische Gebirge

Der Falkenberger Granit liegt im zentralen Teil des "Variszischen Gebirges", das heute weitgehend abgetragen ist. Gegen Ende des Erdaltertums kollidierten im Bereich des heutigen Mittel- und Westeuropa Landmassen (Kontinente oder Teile davon) und türmten ein mächtiges Faltengebirge, das Variszische Gebirge, auf. Innerhalb der Böhmischen Masse, eines zentralen Teils dieses Gebirges, befinden sich unter anderem das Fichtelgebirge und der Oberpfälzer Wald.
Ablagerungsgesteine (Sedimente) und Gesteine vulkanischen Ursprungs (Vulkanite), die sich vorher zwischen den Kontinenten in ozeanischen Becken gebildet hatten, wurden in die Tiefe versenkt ("subduziert") und unter den dort herrschenden Drucken und Temperaturen in andere Gesteine, z.B. Gneise, umgewandelt (Metamorphite). Teilweises Aufschmelzen dieser Metamorphite führte zur Bildung von Magmen, die vielfach an Schwächezonen aufstiegen, oft aber schon einige Kilometer unter der Erdoberfläche stecken blieben.
Ein typisches Beispiel für solche in der Tiefe erstarrten Gesteine (Plutonite) ist der Falkenberger Granit. Anhaltende Bewegungen in der Erdkruste zerlegten in den folgenden Jahrmillionen das Variszische Gebirge an großen Bruchzonen in einzelne Massive, die sich heute als Mittelgebirge darstellen. Verwitterung und Abtragung legten das Gebirge bis auf das Niveau der eingedrungenen Granite frei, die heute einen Teil der Landoberfläche bilden.

Geologische Karte/Zeittafel

Zeittafel mit (übereinanderliegend dargestellt): Erdfrühzeit (bis vor 545 Mio. Jahren), Erdaltertum (bis vor 250 Mio. Jahren, unterteilt in: Kambrium, Ordovizium, Silur, Devon, Karbon, Perm), Erdmittelalter (bis vor 65 Mio. Jahren, unterteilt in: Trias, Jura, Kreide), Erdneuzeit (bis Heute, unterteilt in: Tertiär, Quartär) Bild vergrössern Zeittafel. Der Falkenberg entstand zur Zeit des Karbon