Pflege von Geotopen

Seit 1985 erfasst das Bayerische Geologische Landesamt (GLA), das 2006 im neu gegründeten Bayerischen Landesamt für Umwelt aufgegangen ist, systematisch erdgeschichtliche Bildungen im GEOTOPKATASTER BAYERN, das inzwischen Daten zu über 3400 Geotopen enthält. In der ersten Zeit stand vor allem die Erhebung der Daten und der Schutz im Vordergrund. Die Geotope verlieren aber zunehmend ihren Wert, wenn sie zuwachsen, verstürzen, aufgefüllt werden oder sich nicht mehr aus der Umgebung abheben. "Neben dem "Schutz" brauchen wir also den "pfleglichen Umgang". Auf freiwilliger Basis ist dies in vielen Fällen sogar der einzig wirksame und durchsetzbare Erhaltungsweg." (Landschaftspflegekonzept Band II.15 Lebensraumtyp Geotope; Ringler, A., 1998, S. 21). Deshalb wird seit einigen Jahren das Augenmerk stärker auf die Notwendigkeit von Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen gelegt.

Dabei stehen folgende Ziele im Vordergrund:

  • Adäquate Gestaltung des Geotops
  • Optimierung der regelmäßigen Nutzung bzw. Pflege
  • Einbindung in das landschaftliche Umfeld
  • Information und Akzeptanz in der Öffentlichkeit

Die erforderliche Pflege hängt von der Bedeutung des Geotops, dessen Zustand, dem Geotoptyp und vom gewünschten Ziel ab. Bei "Aufschlüssen", z.B. in Steinbrüchen, sind meistens direkte Maßnahmen, wie Entfernen von Gehölzen, Verfüllungen und Erdmaterial erforderlich.

Hingegen stehen bei "Formen", z.B. Felsen, Findlinge oder Buckelwiesen, Maßnahmen oft stärker im Vordergrund, die die Oberflächenform des Geotops betonen, wie Felsfreistellung, Mahd oder Auslichtungen von Gehölzen im Umfeld des Geotops.

Eine weitere Besonderheit stellen geohistorische Objekte dar. Alte Bergwerksstollen oder Felsenkeller bieten wertvolle Einblicke in die Schichten unter der Erdoberfläche. Eine bergbauliche Sicherung der Stollenmundlöcher reicht oft nicht aus, oft kommen weitere Maßnahmen, wie Räumung der Stollensohle, Entfernung von Abfall und Lockermaterial, hinzu.

Geowissenschaftliche Erkenntnisse werden oft nur schwer von Erwachsenen und Schülern erfasst oder sind in der Schule "Mangelware". Informationen für die allgemeine Öffentlichkeit, z.B. über die Presse und Infotafeln, sollten daher die Geotop-Pflegemaßnahmen begleiten, um Verständnis und Akzeptanz zum einen für die Bedeutung des Geotops und der Umweltbildung und zum anderen für den finanziellen und personellen Aufwand zu wecken.

Geotope, auch Steinbrüche und Kiesgruben, sind keine "Wunden in der Landschaft". Neben ihrer geowissenschaftlichen Bedeutung stellen Sie auch wichtige Lebensräume für spezialisierte Pflanzen und Tiere dar.

Sie interessieren sich für die Erhaltung und Inwertsetzung gefährdeter Geotope?

Hier erhalten Sie fachliche Unterstützung:

Geowissenschaftliche Beratung und Bewertung

Bayerisches Landesamt für Umwelt, Referat Geoinformation und Geomanagement

Erfahrungen in der Umsetzung vor Ort, Abstimmung mit Arten- und Biotopschutz, Förderung nach den Landschaftspflegerichtlinien

Naturschutzbehörden an den Landratsämtern und kreisfreien Städten, Landschaftspflegeverbände

Im Einzelfall - Unterstützung und fachliche Betreuung in der Umsetzung

Geowissenschaftliche Vereine und Verbände
Das Bayerische Landesamt für Umwelt unterstützt Sie, wo möglich, bei der Kontaktaufnahme zu den Vereinen und Ansprechpartner.