Das Alter von Graniten im Bayerischen Wald

 Ein Steinbruch im Bayerischen Wald Bild vergrössern Ein Steinbruch im Bayerischen Wald

Im Rahmen der geowissenschaftlichen Bearbeitung Ostbayerns im Projekt "Schaffung geologischer und hydrogeologischer Informationsgrundlagen" wurden im Bayerischen Wald mehrere geologische Kartenblätter der GK25 neu geologisch aufgenommen. Zur Absicherung der Befunde der Geologischen Kartierung und der Alterseinstufung der Gesteine wurden granitische bis granodioritische Intrusivgesteine datiert, von denen bisher keine gesicherte Altersinformation vorlag.

Das Alter dieser Intrusivgesteine wird mit isotopengeochemischen Analysen bestimmt. Eine gängige Methode bei granitischen Gesteinen ist die 207Pb/206Pb-Evaporationsuntersuchung an einzelnen Zirkonkörnern. Dafür werden die Gesteinsproben aufbereitet und die darin enthaltenen Zirkonminerale separiert. Diese Untersuchungen können nicht am LfU durchgeführt werden hierbei wird mit Fachinstituten an Universitäten zusammengearbeitet. Die Altersbestimmung dieser Gesteine des Bayerischen Waldes erfolgte am Geochemischen Zentrallabor der Universität Tübingen durch Dr. W. Siebel, der seit vielen Jahren in diesem Arbeitsbereich tätig ist.

Die untersuchten Granitgesteine wurden im Erdzeitalter des Karbon in der Spätphase der variscischen Gebirgsbildung gebildet. Sie drangen als Schmelzbrei in Erdtiefen von über 10km in hochmetamorphe Gesteine ein und kristallisierten dort aus. Die untersuchten granitschen Gesteine besitzen Bildungsalter von 318 bis 327 Millionen Jahre (siehe nachfolgende Tabelle).

Gesteine und ihr Alter
Gestein und Lokalität Alter mit Fehlerbereich (in Millionen Jahren)
Miltacher Granit, Höhenberg 321,3 +/- 1,4
Sattelpeilnsteiner Granit, Sattelpeilnstein 322,3 +/- 1,5
Stallwanger Granodiorit, Pilgramsberg 324,2 +/- 2
Mettener feinkörniger Granit, Luhhof 320,9 +/- 1,6
Mettener grobköniger Granit, W Berg 324,2 +/- 1,8
Lallinger Granit, östlich Auerbach 321,9 +/- 1,5
Hauzenberger Granodiorit, Hauzenberg 318,5 +/- 4,1
Lusengranit, Lusengipfel 324,8 +/- 3,5
Finsterauer Granit I, östlich Finsterau 325,2 +/- 1,4
Finsterauer Granit II, östlich Finsterau 324,2 +/- 2,3
Dreisesselgranit, Hochstein 327,1 +/- 1,9

Altersdaten der untersuchten Granitvorkommen des Bayerischen Waldes mittels 207Pb/206Pb-Evaporationsuntersuchung an Zirkonen.

Diese Untersuchungen wurden im Rahmen des durch EU-Mittel kofinanzierten Projektes "Geologischer und Hydrogeologischer Informationsgrundlagen im Ziel 2-Gebiet" unter Beteiligung von Dr. Wolfgang Siebel, Lehrstuhl für Geochemie, Universität Tübingen durchgeführt.