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Was ist Geothermie
+ Geothermisches Feld, IslandGeothermische Energie - auch als Erdwärme bezeichnet - ist die in Form von Wärme gespeicherte Energie unterhalb der Oberfläche der festen Erde. Unter Geothermie versteht man die technische Ausnutzung dieser natürlichen Erdwärme zur Energiegewinnung.
Im Gegensatz zu Gebieten mit aktivem Vulkanismus wie z.B. in Island, Neuseeland oder Italien muss in Deutschland vergleichsweise tief gebohrt werden, um auf hohe Temperaturen zu stoßen. Auch in weiten Teilen Bayerns nimmt - zumindest in dem Bereich der obersten kontinentalen Kruste, der durch Tiefbohrungen erschlossen werden kann - die Temperatur nur mit durchschnittlich 3°C/100 m zu. Diese Temperaturzunahme mit der Tiefe wird als geothermischer Gradient bezeichnet.
Woher kommt die Erdwärme
Der Hauptanteil der von der Erde an der Erdoberfläche bereitgestellten Wärme wird in der Erdkruste beim Zerfall natürlicher radioaktiver Elemente gebildet. Ein kleinerer Anteil resultiert aus der Gravitationsenergie bei Entstehung der Erde und aus einer eventuell von davor noch vorhandenen Ursprungswärme. Im oberflächennahen Bereich (bis ca. 20 m Tiefe) wird der Wärmehaushalt maßgeblich durch die Sonneneinstrahlung sowie durch Sicker- und Grundwässer beeinflusst.
Durch das Temperaturgefälle zwischen Erdinnerem und Erdoberfläche wird Erdwärme ständig aus der Tiefe nachgeliefert. Dieser geothermische Wärmefluss beträgt in Bayern rund 60 - 80 mW/m². Bezogen auf eine Fläche von der Größe eines Fußballfeldes entspricht dies dem Energieverbrauch von vier bis sechs 100 W-Glühbirnen. Durch die im Untergrund gespeicherte Wärmeenergie stehen für eine geothermische Nutzung jedoch weitaus größere Wärmemengen zur Verfügung, als durch den terrestrischen Wärmefluss bereitgestellt werden. Diese Wärmemengen werden bei der Gewinnung von Erdwärme wie eine Lagerstätte abgebaut; Erdwärme fällt daher auch unter Bergrecht. Nach menschlichen Maßstäben ist die in der Erde gespeicherte Wärme dennoch unerschöpflich; daher wird die Erdwärme zu den erneuerbaren Energien gerechnet.
Vorteile der Geothermie
Erdwärme ist im Gegensatz zu den meisten anderen erneuerbaren Energien eine Grundlastenergie, die krisensicher und unabhängig von Witterung und Tageszeit immer und praktisch überall zur Verfügung steht. Erdwärme muss nicht gespeichert werden, da die Erde selbst als Speicher dient.
Auch angesichts des Gebotes zur Reduzierung der CO2-Emissionen gewinnt die Nutzung erneuerbarer und umweltfreundlicher Energiequellen wie der Erdwärme zunehmend an Bedeutung.
Bei weiterer Verknappung und Verteuerung der fossilen Brennstoffe werden alternative Energiequellen wie die Erdwärme zunehmend konkurrenzfähig.
