Pseudogley in Schwabach - Bayerns Boden des Jahres 2015

Bayerns Boden des Jahres 2015 ist der Pseudogley im mittelfränkischen Schwabach. Die Stadt Schwabach hat im Schwabacher Schulwald am Leitelshofer Weg der Stadt die größte begehbare Bodengrube der Region errichtet und in den Naturspaziergang Schwabach integriert.

Die Grube gibt einen Einblick in die Beschaffenheit dieses Waldbodens – einem Pseudogley. Eine Schautafel erläutert die Entstehung der Böden, stellt die Lebewesen darin vor und erklärt die Bedeutung der Böden für die Natur und den Menschen.

Bodengrube mit Schautafel Bild vergrössern Bodengrube mit Schautafel

Pseudogleye sind oft wie eine Torte geschichtet. Dabei sind einzelne Schichten so dicht, dass das Regenwasser nicht durchdringt und sich darüber staut. Die Pflanzenwurzeln stehen dann im Nass.

Umgekehrt können die Schichten bei Trockenheit das Wasser nicht lange speichern, der Boden bekommt schnell Risse, die Wurzeln fallen trocken.

Dieser extreme Feuchtewechsel führt zur Umverteilung von Eisen und Mangan und ist für viele Pflanzen sehr ungünstig. Es entsteht eine typische Marmorierung. Die "wechselfeuchten" Pseudogley-Böden sind als Acker- oder Gartenboden wenig geeignet. Sie werden häufig mit Wald bestockt.

Typische Trockenrisse und dunkle Eisen-Mangan-Flecken im Pseudogley Bild vergrössern Typische Trockenrisse und dunkle Eisen-Mangan-Flecken im Pseudogley

Beim echten Gley-Boden kommt das Wasser von unten – er ist ständig vom Grundwasser beeinflusst. Das unterscheidet ihn vom Pseudo-Gley, dem es immer dann ähnlich wie dem Gley geht, wenn es stark regnet – daher der Name. Gley kommt aus dem Mittelniederdeutschen "Klei" für "Kleber", weil er hartnäckig an den Schuhen klebt. Der untere, oft die meiste Zeit des Jahres unter Wasser stehende Teil ist meist graublau bis grauschwarz gefärbt.

humoser Gley Bild vergrössern Vergleich zu einem stark humosen Gley in einem Auenbereich

Der Pseudogley in Schwabach hat sich aus 230 Millionen Jahre alten Flussablagerungen durch Verwitterung gebildet. Bei starken Regenfällen transportierten die Flüsse damals riesige Mengen Sand; in ruhigeren Zeiten sanken auch die feinsten Treibstoffe als Ton oder Schlick zu Boden. So entstand im Laufe der Zeit eine Wechselfolge von Sand und wasserundurchlässigen Tonlagen.

Für die Bodenbildung ist das Material – Sand, Lehm, Ton – wichtig. Das Alter des Materials spielt keine Rolle. So erstaunt es nicht, dass Pseudogley in Bayern häufig vorkommt. Denn Ton-Sand-Wechselfolgen sind vor allem in Franken, zwischen Steigerwald, Frankenhöhe und der Fränkischen Alb weit verbreitet.

Der rund 10km lange Naturspaziergang Schwabach erklärt unterschiedliche Nutzungs- und Siedlungsformen des Menschen im städtischen Umfeld und macht damit auf die Entstehung, Bedeutung und Schutzwürdigkeit der heimischen Kulturlandschaft aufmerksam. An einer landschaftlich reizvollen und doch stadtnahen Route sind zahlreiche Informationstafeln und interaktive Stationen wie die begehbare Bodengrube installiert.

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