Nutzbare Feldkapazität in Böden Bayerns

Bayernkarte mit Verteilung Bild vergrössern Nutzbare Feldkapazität des effektiven Wurzelraums [mm] unter Forst

Vor dem Hintergrund prognostizierter Trockenstressgefährdung kommt der Kenntnis des Bodenwasserhaushalts, u.a. der nutzbaren Feldkapazität, erhöhte Bedeutung zu. Für das bayerische Staatsgebiet wurden zur Ergänzung direkter nFK-Bestimmungen verschiedene Pedotransferfunktionen zur Ableitung der nFK getestet. Der nFK-verringernde Effekt einer klimabedingten C-Zehrung wurde für den Kalibrierungsdatensatz abgeleitet. Die bis zur Pflugsohle betrachteten Mess- und Schätzwerte wurden für Acker- und Grünlandstandorte bzw. bis zur effektiven Wurzeltiefe der dominierenden Fichte für Forststandorte mittels Indikatorkriging in die Fläche übertragen. Erhöhte Werte der gemessenen und abgeleiteten nFK unter Landwirtschaft treten v.a. im Bayerischen Oberland, im östlichen Südallgäu und im Chiemgau auf vorwiegend gleyigen und anmoorigen Böden, geringe Werte in Mainfranken und der Fränkischen Alb auf Ackerpararendzinen und –rendzinen auf. Für Forstbereiche weisen vor allem tiefentwickelte Böden des kristallinen Grundgebirges höhere nFKWe-Werte auf. Flachgründige und staunasse Böden Ostschwabens, der Fränkischen Alb und das mittelfränkische Sandsteinkeupergebiet sind durch vergleichsweise geringe nFKWe-Werte gekennzeichnet.

Vor dem Hintergrund z.T. beträchtlicher Abnahmen des prognostizierten Jahresniederschlags in Nordwestbayern unterstreichen die geringen nFK-Werte dieser Region die Sinnhaftigkeit einer standortgerechten Land- und Forstwirtschaft zur Minimierung von Trockenstress. Die zusätzliche nFK-Abnahme durch verstärkte C-Zehrung ist nur von untergeordneter Bedeutung.