Methodenentwicklung abweichend von LABO-Vorgehen
Projekttitel
Wissenschaftliche Grundlagen für den Vollzug der Bodenschutzgesetze (GRABEN)
Kurzbeschreibung und Zielsetzung
Im Gegensatz zum Vorgehen nach LABO (2003), das ein Gesamtgebiet einwohnerdichteabhängig unterteilt, wurde im Projekt GRABEN ein immissionsspezifischer Ansatz gewählt, d.h. die Unterteilung des bayerischen Gesamtgebiets in unterschiedliche Belastungsräume erfolgte auf Grundlage der vorgefundenen Stoffverteilung in den beprobten Bodentiefeneinheiten.
Ausreißerbereinigte organische Schadstoffwerte der Tiefeneinheiten Auflage, Oberboden, Unterboden und Untergrund sowie anorganische Schadstoffwerte der Auflage wurden landnutzungsdifferenziert zusammengefasst. Zwischen den Messwertpunkten wurde unter Verwendung des Interpolationsverfahrens Indikatorkriging eine flächenhafte Werteverteilung generiert. Im Gegensatz zu alternativen Krigingverfahren, wie z.B. Ordinary Kriging, ermöglicht das Indikatorkriging eine Werteinterpolation auch für nicht-normalverteilte Datenkollektive. Somit können die für die Belange des Bodenschutzes wichtigen Extremwerte im ausgewerteten Datensatz verbleiben. Da beim Indikatorkriging für jeden Gitterpunkt anhand vorgegebener Schwellenwerte Wahrscheinlichkeitsverteilungen generiert werden, ermöglicht dieses Verfahren auch die Ableitung lokaler Schätzwerte, z.B. des 90. Perzentilwertes, der im Bodenschutz für die Ableitung von Hintergrundwerten von besonderer Bedeutung ist.
Die durch das Indikatorkriging erzeugte Wertefläche wurde zur Unterteilung des bayerischen Gesamtgebietes in 6 Teilräume herangezogen, wobei zur Abdeckung des Wertespektrums das 10., 25., 50., 75. und 90. Perzentil verwendet wurde. Die Messwerte in den so gebildeten Teilräumen wurden durch Angabe statistischer Parameter charakterisiert.
Anhand von Box-Whisker Plots wurde visuell überprüft (Abb. 1), ob die Verteilung der Messwerte in den 6 Teilräumen sich deutlich voneinander unterscheiden und die 6-klassige Untergliederung aufrecht erhalten werden kann, oder ob benachbarte Klassen zusammengelegt werden müssen.
Eine grundlegende Überprüfung des Krigingverfahrens durch Kreuzvalidierung anhand des Summenparameters EPA-PAH bestätigte die gewählte Vorgehensweise der flächenhaften Interpolation, d.h. die geostatistische Unterteilung des Gesamtgebiets in 6 Teilräume führte auch bei variierenden Datengrundlagen zu vergleichbaren Ergebnissen (Abb. 2).
Bei der Kreuzvalidierung werden die Interpolationsergebnisse, die auf Grundlage von zwei zufällig ausgewählten Teildatensätzen erzielt wurden, miteinander verglichen. Im vorliegenden Fall wurden sogar 6 zufällig ausgewählte Teildatensatzkombinationen einander gegenübergestellt.
Durch den Vergleich zwischen interpolierter Wertefläche und den Messwerten wurde der nivellierende Effekt von Interpolationsverfahren deutlich (Abb. 3). Umso mehr Bedeutung ist daher der statistischen Charakterisierung der teilraumbezogenen Messwerte beizumessen.
Literatur
LABO, Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Bodenschutz, 2003: Hintergrundwerte für anorganische und organische Stoffe in Böden. Beschlussfassung der 33 . StäA4-Sitzung, 29./30.01.2003, 58 S.
Projektbeteiligte
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Projektleitung
Bayerisches Landesamt für Umwelt, Referat 108 "Vorsorgender Bodenschutz und Bodenmonitoring"
Laufzeit
2000 – 2007
