Hinweiskarten zu geogenem Arsen in Böden und im oberflächennahen Untergrund Südbayerns

Kurzbeschreibung und Zielsetzung

Die Molasse Südbayerns, dem sandig bis tonigen, zum überwiegenden Teil zwischen Donau und Alpenraum gelegenem Sedimentationsgebiet, vor allem aber auch die organisch geprägten Substrate in den Talniederungen werden durch hydrogeochemische Prozesse geprägt. Vermutlich durch Aufsteigen tertiärer, arsenhaltiger Grundwässer bis an die Oberfläche kam es z.B. im Dachauer/Freisinger/Erdinger Moos bzw. im Winterrieder Moor zu natürlichen Arsenanreicherungen im Boden, die teilweise lokal sogar den Maßnahmenwert des Wirkungspfades Boden-Pflanze für die Nutzung Grünland (50 mg/kg in der Trockensubstanz) der BBodSchV deutlich überschreiten.

Nach derzeitigem Kenntnisstand können in Südbayern natürlich erhöhte Arsengehalte
(> 20 mg/kg) lokal sehr heterogen nicht nur in Niedermoorkomplexen, sondern auch nestartig in meist eisenschüssigen, sandig-kiesigen Ablagerungen der Molasse angetroffen werden. Auch in älteren Decken- bzw. Terrassenschottern, vorrangig mergeligen Verwitterungen der Alpen sowie vorrangig tonig-mergeligen Sedimenten des Riesbeckens können solche erhöhten Arsengehalte auftreten.

Das LfU geht deshalb in einem Projekt der Verbreitung natürlich erhöhter Arsengehalte in den Regierungsbezirken Schwaben, Oberbayern, Niederbayern und dem Landkreis Regensburg nach. Die Ergebnisse sollen in Form von Hinweiskarten auf regionaler Maßstabsebene dargestellt werden.

Für die Erstellung landkreisbezogener Hinweiskarten zu Gebieten mit natürlich erhöhten Arsengehalten werden:

  • Insgesamt ca. 1.000 Beprobungsstandorte, vorrangig in den arsenauffälligen Substraten, substratbezogen untersucht
  • Die gewonnenen Bodenproben auf As und weitere Elemente (Cd, Co, Cr, Cu, Hg, Ni, Mo, Pb, Sb, Se, Sn, Tl, V, U und Zn) aber auch auf C, N und S sowie den pH-Wert analysiert
  • Regionale Hintergrundwerte für Arsen in Südbayern abgeleitet.

Die Karten geben den Vollzugsbehörden für alle Planungen (Bauleitplanung/Straßenbauplanung) schon frühzeitig im Vorfeld von Baumaßnahmen Hinweise auf Gebiete, bei denen mit erhöhten Arsengehalten zu rechnen ist. Bei Vorliegen solcher Hinweise können durch gezielte geochemische Untersuchungen des Bodens Planungen ggf. modifiziert und somit kritisches Bodenmaterial und evtl. erhöhte Verwertungskosten vermieden werden. Bestätigen sich bei einer geochemischen Untersuchung im frühen Planungsstadium die erhöhten Arsengehalte im Planungsgebiet, kann zudem die Kreisverwaltungsbehörde mit einer konkreten Ausweisung eines Gebietes mit erhöhten Arsengehalten die Verwertung von kritischem, nicht vermeidbaren Bodenmaterial kostengünstig in diesem Gebiet eröffnet werden (siehe auch §12 Abs. 10 BBodSchV).

Projektbeteiligte

Bodenschutzingenieure an den Wasserwirtschaftsämtern in den Regierungsbezirken Schwaben, Oberbayern, Niederbayern und der Oberpfalz.

Bayerisches Landesamt für Umwelt, Referat 108.

Projektleitung

Bayerisches Landesamt für Umwelt, Referat 108.

Laufzeit

2013 - 2016.

Literatur

BAYER, M. (1997): Natürliche Arsenanreicherungen in der Oberen Süßwassermolasse Bayerns.- Veröffentlichungen des Grundbauinstitutes der Landesgewerbeanstalt Bayern, Eigenverlag LGA, 250 S.

BUNDESMINISTERIUM FÜR UMWELT, NATURSCHUTZ UND REAKTORSICHERHEIT (BMU, 1999): Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV), BGBl. I. - S. 1554.

MARTIN, W. (2008): Arsen in den Böden des Dachauer, Freisinger und Erdinger Mooses –Ergänzungsprojekt zum Projekt "Wissenschaftliche Grundlagen für den Vollzug der Bodenschutzgesetze".- Bayerisches Landesamt für Umwelt (Hrsg.), ISBN 978-3-936385-45-8, S. 50-53.