Geogene Schwermetalle (Pb) in triassischen Sedimenten bei Weiden

Projekttitel

Geogene Schwermetalle in triassischen Sedimenten bei Weiden

Kurzbeschreibung und Zielsetzung

Bodenprofil im Raum Weiden Bild vergrößern Bodenprofil im Raum Weiden

Im Raum Weiden und Altenstadt a.d. Waldnaab (nördliche Oberpfalz) ist das Vorkommen geogener Bleivererzungen in Form von Cerussit Pb(CO3) und untergeordnet Bleiglanz PbS in den triassischen Sedimentgesteinen (Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper) der sogenannten Weidener Bucht und damit verbunden das Auftreten von erhöhten Bleigehalten im Boden und Grundwasser bekannt. Bei der Bearbeitung von Altlasten ergibt sich gerade dadurch des Öfteren die Problematik einer Trennung des geogenen Bleis von einer anthropogenen Bleikomponente. Die Höhe des geogen bedingten Hintergrundwertes bzw. der Hintergrundgehalte von Blei im Boden, die räumliche Verteilung der Hintergrundgehalte, die Löslichkeit von Blei sowie die Substratbindung sind nicht geklärte Fragestellungen. Zudem zeigen sich in vielen Grundwassermessstellen im Raum Weiden und Altenstadt a. d. Waldnaab erhöhte Bleigehalte. Auch in einigen Brunnen einer Wasserversorgung, deren Brunnen in den triassischen Sedimenten niedergebracht sind, treten erhöhte Gehalte auf.

Des Weiteren war Altenstadt a.d. Waldnaab von etwa 1925 bis 1995 ein Standort der Bleikristallproduktion. Auch in dem ca. 2,5 km nordöstlich gelegene Neustadt a.d. Waldnaab, das außerhalb des eigentlichen Untersuchungsgebietes liegt, wurde Bleikristall produziert. Daher kann mit einer zusätzlichen anthropogenen Bleibelastungskomponente gerechnet werden.

Im Projekt werden in einem definiertem Bearbeitungsgebiet im Raum Weiden und Altenstadt a.d. Waldnaab Böden detaillierter untersucht und bzgl. ihrer Hintergrundwerte bzw. Hintergrundgehalte für den Parameter Blei im Boden räumlich gekennzeichnet. Weiter sollten Erkenntnisse über die Möglichkeiten zur Unterscheidung geogener und anthropogener Stoffgehalte gewonnen werden.

Bedingt durch das Fehlen von Informationen über die räumliche Verteilung der Bleivererzungen wurde eine systematische Herangehensweise für die Festlegung der Probenahmestandorte gewählt. Insgesamt wurde an 31 Standorten, die in einem gleichmäßigen Raster von 1 x 1 km über das Bearbeitungsgebiet verteilt sind, eine horizontbezogene - punktrepräsentative Beprobung bis 1 m Tiefe durchgeführt. Zusätzlich wurden an ausgewählten Standorten Rammkernsondierungen niedergebracht. Die Analytik umfasst neben dem Parameter Blei auch weitere Schwermetalle. Untersuchungen fanden im Königswasserextrakt, S4-Eluat und Ammoniumnitratextrakt statt. Zudem wurde der pH (CaCl2) bestimmt. Im Bearbeitungsgebiet werden die Hintergrundwerte bzw. –gehalte für den Parameter Blei grafisch für die Horizontgruppen Oberboden, Unterboden und Untergrund dargestellt. Mit Berechnungen zu den Staubniederschlägen aus den Bleikristallproduktionsstätten sowie eine durchgeführte Bleiisotopenanalytik an ausgewählten Bodenproben und Grundwasserproben sollen Erkenntnisse zu Anteilen an anthropogenem und geogenem Blei gewonnen werden.

Projektbeteiligte

Wasserwirtschaftsamt Weiden
Bayerisches Landesamt für Umwelt

Projektleitung

Wasserwirtschaftsamt Weiden

Laufzeit

2004-2007

Weiterführende Informationen

Dokumente zum Download/Bestellen