Umgang mit geogen arsenhaltigen Böden

In Bayern, insbesondere in Südbayern können immer wieder Böden angetroffen werden, die natürlich (geogen) erhöhte Arsengehalt (>20 mg/kg) aufweisen. Folgende Böden können nach derzeitigem Kenntnisstand (2014) vorrangig betroffen sein:

  • Eisenhaltige Sande, Kiessande und Kiese in Verbindung mit schluffig-tonigen Zwischenlagerungen der Oberen Süßwassermolasse
  • Ältere Deckenschotter bzw. Terrassenschotter
  • Gut belüftete (oxidierte) Niedermoorbereiche in Verbindung mit (Anmoor)Gleyen, Flussmergeln und Hochflutlehmen
  • Mergelige Verwitterungen der Alpen
  • Tonig-mergelige Sedimente des Riesbeckens

Natürlich erhöhte Arsengehalte im Boden stellen grundsätzlich keinen Anlass zur Besorgnis dar, da das Arsen im Boden gebunden und nur unter bestimmten Bedingungen mobil wird. Im Zuge von Baumaßnahmen können die erhöhten Arsengehalte allerdings problematisch werden, sobald der Bodenaushub nicht an Ort und Stelle verbleiben kann, sondern andernorts verbracht werden muss.

Die Handlungshilfe fasst die Erkenntnisse und Empfehlungen einer Projektgruppe für den Umgang mit geogen arsenhaltigen Boden zusammen, die im Auftrag des StMUV unter Mitwirkung des LfU, des LGL und der LfL, der Wasserwirtschaftsämter Kempten und Donauwörth und der Landratsämter Günzburg und Unterallgäu sowie der AELF Krumbach und Augsburg und der Regierung von Schwaben gebildet wurde.

Neben Begriffsdefinitionen und dem geowissenschaftlichen Hintergrund der geogenen Arsenbelastung in Böden Südbayerns wird in einem weiteren Kapitel auf die rechtlichen Grundlagen der stofflichen Betrachtung von Böden allgemein sowie in den einzelnen Wirkungspfaden eingegangen. Den Schwerpunkt der Handlungshilfe bildet der Umgang von geogen arsenhaltigem Bodenmaterial im Rahmen von Bauleitplanung und Baumaßnahmen. Hierzu werden für überschüssiges, kritisches Bodenmaterial im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten mehrere Verwertungswege aufgezeigt, die vor allem vom Organikgehalt des Bodenmaterials abhängen.

In einem derzeit laufenden Projekt geht das LfU der genaueren Verbreitung von Böden mit erhöhten Arsengehalten nach (vgl. "Hinweiskarten zu geogenem Arsen in Südbayern"). Als Ergebnis werden für die Landkreise bzw. kreisfreien Städte des Projektgebietes vollzugsunterstützende Hinweiskarten zu Böden mit natürlich erhöhten Arsengehalten zur Verfügung stehen.

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