Projekte zur Bodenversauerung

Im Zuge der Projekte "Säureinduziertes Puffervermögen von Böden" und "Auswirkungen der Versauerung auf Böden und Gewässer" wurden im bayerischen Grenzgebiet zur Tschechischen Republik das Ausmaß der Versauerung von Böden quantifiziert und das Puffervermögen der Böden abgeschätzt. Dazu haben die Bodenkundler des Landesamtes für Umwelt (LfU) an 156 Waldstandorten entlang der Grenze insgesamt 921 Bodenproben entnommen und analysiert.
Die Waldböden vom Frankenwald bis zum Bayerischen Wald sind stellenweise außergewöhnlich sauer. Dies liegt an den "sauren" Gesteinen des kristallinen Grundgebirges, wie Granit oder Gneis. Die Hochfläche entlang des Grenzgebiets stellt eine topographische Barriere für ferntransportierte Schadstoffe dar. Die mit Fichten bestockten Hochlagen des Franken-, Böhmer- und Bayerwaldes sowie des Fichtelgebirges kämmten über mehrere Jahrzehnte hinweg die Schadstoffe aus der Luft aus. Von den Nadeln wurden die Schadstoffe mit Regen abgewaschen und gelangten schließlich in die Böden.

Im bayernweiten Vergleich weisen die Humusauflagen der Böden Ostbayerns die niedrigsten pH-Werte bis flächendeckend unter pH 4 auf, was die Intensität der Versauerung verdeutlicht. Viele Schwermetalle sind bei niedrigen pH-Werten mobil, was auch zu einer Beeinträchtigung der Grundwasserqualität führen kann.
Mit den speziellen Bodenkarten können nun besonders saure Böden identifiziert und gezielt mit Kalk neutralisiert werden. Dadurch wird einer Schadstofffreisetzung aus den Böden entgegengewirkt und eine Belastung des Grund- und damit des Trinkwassers vermieden.

Zu den beiden Projekten gibt es nun einen zusammenfassenden Abschlussbericht.

Säureinduziertes Puffervermögen von Böden

Projekttitel

Säureinduziertes Puffervermögen von Böden

Kurzbeschreibung und Zielsetzung

Um die aktuelle ökologische Stabilität des durch Säureimmissionen stark belasteten bayerisch-tschechischen Grenzgebietes zu bewerten, wurde in einem grenzüberschreitenden EU-Projekt (Interreg IIIa) eine flächenhafte Erfassung der versauerungsrelevanten Parameter der Böden durchgeführt. An 519 Proben von 91 Waldstandorten des nördlichen Interreg IIIa-Gebiets in Bayern wurden horizontspezifisch die Säureneutralisationskapazität (pHstat-Analyse) die effektive Kationenaustauschkapazität (KAKeff), wasserlösliche Stoffe und mobilisierbare Sulfatpools bestimmt.

Um die Auswirkungen aktueller Schadstoffdepositionen auf die Ökosysteme abschätzen und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung ihrer Stabilität gegeben zu können, wurden für das Untersuchungsgebiet flächenhaft die Critical loads bestimmt.

Die wichtigsten Ziele des Projekts sind:

  • Detaillierte Erfassung des Versauerungsgrades der Waldböden in Nordostbayern
  • Abgrenzung von Regionen, die besonders sensibel auf weitere saure Einträge reagieren (Aufgrund von Säure, Al-Toxizität, Nährstoffmangel)
  • Information der Öffentlichkeit
  • Erstellen von Handlungsempfehlungen für diese Gebiete in Abstimmung mit der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF)

Projektbeteiligte

  • Zentrale Landwirtschaftliche Kontroll- und Prüfungsanstalt der Tschechischen Republik, Brünn
  • Bayerisches Landesamt für Umwelt

Projektleitung

Bayerisches Landesamt für Umwelt, Ref. 108 "Vorsorgender Bodenschutz und Bodenmonitoring“

Laufzeit

01.01.2006 – 31.12.2008

Auswirkungen der Versauerung auf Böden und Gewässer - SAUBER

Projekttitel

Auswirkungen der Versauerung auf Böden und Gewässer - SAUBER

Kurzbeschreibung und Zielsetzung

Das Projekt dient der Erfassung der aktuellen ökologischen Stabilität des durch Säureimmissionen stark belasteten bayerisch-tschechischen Grenzgebietes. Im Rahmen des grenzüberschreitenden EU-Projekts (Interreg IVa) wird eine flächenhafte Erfassung der versauerungsrelevanten Parameter der Böden durchgeführt. An 402 Proben von 65 Waldstandorten des südlichen Interreg IVa-Gebiets in Bayern werden horizontspezifisch die Säureneutralisationskapazität (pHstat-Analyse), die effektive Kationenaustauschkapazität (KAKeff), wasserlösliche Stoffe und mobilisierbare Sulfatpools bestimmt. Darüber hinaus werden noch zusätzliche Informationen über die Gehalte an Eisen- und Aluminiumoxiden im Boden bestimmt, da diese sowohl freigesetztes Sulfat als auch freigesetzte Stoffe zurückhalten können.

Um die Auswirkungen aktueller Schadstoffdepositionen auf die Ökosysteme abschätzen und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung ihrer Stabilität geben zu können, werden für das Untersuchungsgebiet flächenhaft die Critical loads Critical loads bestimmt.

Darüber hinaus wird der Einfluss der Austräge aus dem Boden aufgrund des sauren Milieus in angrenzende Oberflächengewässer überprüft werden. Dies ermöglicht gesamtheitliche Aussagen über die Auswirkungen einer weiteren Versauerung der Böden auf ökosystemarer Grundlage.

Die wichtigsten Ziele des Projekts sind:

  • Detaillierte Erfassung des Versauerungsgrades der Waldböden in Ostbayern
  • Abgrenzung von besonders stark durch Versauerung gefährdeten Naturräumen (Säure, Al-Toxizität, Nährstoffmangel) und Gebieten mit einem hohen Potential an möglichen Austrägen von Nähr- und Schadstoffen (z.B. Schwermetallen)
  • Information der Öffentlichkeit
  • Korrelation der Austräge aus dem Boden mit Konzentrationen in Gewässern des Untersuchungsgebiets
  • Erstellen von Handlungsempfehlungen für diese Gebiete in Abstimmung mit der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF)

Projektbeteiligte

  • Crop Research Institute, Prag, Tschechische Republik
  • Bayerisches Landesamt für Umwelt

Projektleitung

Bayerisches Landesamt für Umwelt, Ref. 108 "Vorsorgender Bodenschutz und Bodenmonitoring“

Laufzeit

01.01.2009 – 31.12.2011