Zielsetzung

Kernpunkte des Projektes sind die Ableitung von Hintergrundwerten in Böden sowie der Aufbau einer praxiserprobten Infrastruktur an den Wasserwirtschaftsämtern für die Umsetzung der Bodenschutzgesetze in Bayern.
Thematisch lassen sich die Projektziele wie folgt gliedern:

Datenbasis

  • Überprüfung bodenkundlicher Analysedaten anderer Fachbehörden auf ihre Eignung zur Ableitung von Hintergrundwerten
  • Ergänzung des bestehenden Datenbestandes durch eine rasterorientierte Beprobung (8x8km) in Bayern.
  • Aufbau und Ergänzung der Bodenprobenbank zur Dokumentation des Boden-Ist-Zustandes in Bayern hinsichtlich organischer und anorganischer Schadstoffe.
  • Aufbau einer Bilddatenbank zur Dokumentation der Beprobungsstandorte und Bodenprofile.
  • Ergänzung des bodenkundlichen Datenbestandes im Bayerischen Bodeninformationssystem (BIS).
  • Aufbau einer Belegsammlung der wichtigsten bodenbildenden Gesteine Bayerns.

Analytik und Probenahme

  • Einarbeitung der Bodenschutzingenieure an den Wasserwirtschaftsämtern in die Standort- und Profilansprache (gemäß Bodenkundlicher Kartieranleitung (KA4)) sowie in die Bodenprobenahme im vorsorgenden Bodenschutz gemäß LfU-Vorgaben.
  • Entwicklung der digitalen Erhebung bodenkundlicher Daten im Gelände (BOKART).
  • Erarbeitung von regionsspezifischen Bodenstandards für die analytische Qualitätssicherung (AQS) im Bodenschutz.
  • Zulassung des LfU-Labors und der Bodenprobenahme im vorsorgenden Bodenschutz gemäß der bayerischen Verordnung über Sachverständige und Untersuchungsstellen für den Bodenschutz und die Altlastenbehandlung in Bayern (VSU Boden und Altlasten).

Bodenausgangsgesteinskarte 1: 500.000 (BAG 500)

Als für Basis subtratbezogene Hintergrundwertkarten wurde eine Bodenausgangsgesteinskarte 1:500.000 für Bayern entwickelt. Grundlage für Ableitung der BAG 500 war zunächst die Bodenübersichtskarte 1:1.000.000 der BGR, da sie als Vektordatensatz mit einer thematisch relevanten Legendenbeschreibung vorlag. Dieser Vektordatensatz und die dazugehörigen Sachinformationen wurden vollständig überarbeitet.

Zu Beginn wurde eine Tabelle erstellt, die die entsprechenden Legendentexte von BÜK1000, BK500 und GK500 enthält. Hieraus wurde ein grober Schlüssel der Zuordnung BÜK1000- zu den differenzierteren und genaueren BK500-Einheiten erarbeitet. Mit dieser ersten Zuordnung konnten die Attributierungen der BÜK1.000 überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Eine Verschneidung der Geodaten schied aus, da die BK500 nur als Rasterkarte vorliegt. Mit der Umattributierung ging auch eine Überarbeitung der Abgrenzungen der einzelnen Flächen sowohl anhand der Geometrie der BK500 vor allem aber im späteren Stadium anhand der GK500 einher. Auch die Bodenkarten 1:200.000 von Bayern wurde, wo vorhanden, für eine geometrische und inhaltliche Überarbeitung der BÜK1.000 verwendet.

Zur Kontrolle wurden Verschneidungen der BÜK1.000 mit der GK500 durchgeführt und Flächenstatistiken erstellt, um möglichst gut abgegrenzte Flächen zu erhalten. Die regionale Differenzierung von Einheiten oder Neuabgrenzungen von Flächen wurde in Zusammenarbeit mit den Kartierern der Bodenkundlichen Landesaufnahme durchgeführt

Parallel dazu wurden mit der sich ausdifferenzierenden Karte die einzelnen Bodenausgangsgesteine/-gruppen formuliert. Wichtige Informationen dazu lieferten dabei der Erläuterungsband zur BK500 und die GK500.

Ableitung von Hintergrundwerten auf der Basis der Empfehlungen der Bund/Länder Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO)

  • für anorganische Schadstoffe aus dem Königswasserextrakt (inkl. umgerechneter Totalgehalt-Altdaten). Auflistung der Hintergrundwerte auf der Basis substratbezogener Auswertungseinheiten in einem Tabellenwerken.
  • für persistente organische Schadstoffe
  • sofern möglich für anorganische Schadstoffe aus dem DEV-S4-Extrakt.
  • Ausweisung von Gebieten mit geogen erhöhten Hintergrundwerten (exemplarisch).
  • Erstellung von Hintergrundwertkarten für organische und anorganische Schadstoffe in Böden (1:500.000)