Ergebnisbeispiel

Bayernweite Verteilung der EPA-PAH Gehalte in den Auflagehorizonten. Vergleich von immissions- mit siedlungsstruktureller Gebietstypisierung

Die entsprechend der EPA-PAH Konzentrationen in der Auflage mittels geostatistischer Verfahren (Kriging) generierten Gebietstypen weisen eine heterogene Verteilung mit erhöhten Werten im Nordosten, Nordwesten und Südosten sowie niedrigen Gehalten am südlichen Rand und im Zentralbereich auf (Abb. 1). Sie unterscheiden sich deutlich von den Gebietstypen nach LABO.

Tab. 1: Statistische Kennwerte des EPA-PAH-Gehalts der Auflagen in den 3 LABO-Gebietstypen sowie der mittels Indikatorkriging ermittelten 6 Gebietstypen

  • Typ I: Regionen mit großen Verdichtungsräumen (Bevölkerungsdichte > 300 Einwohner E/km2)
  • Typ II: Regionen mit Verdichtungsansätzen (Bevölkerungsdichte > 150 E/km2 und
    < 300 E/km2)
  • Typ III: Ländlich geprägte Regionen (Bevölkerungsdichte < 150 E/km2)

Statistische Parameter EPA-PAH Waldauflagen für LABO-Gebietstypen
Typ 1 Typ 2 Typ 3
Anzahl 39 136 245
Median 1589 1847 1797
Mittelwert 1930 2124 2189
Minimum 174 118 69
Maximum 6087 6372 6576
90%-Perzentil 3483 4759 4569
Statistische Parameter EPA-PAH Waldauflagen für immissionsspezifische Gebietstypen
Typ 1 Typ 2 Typ 3 Typ 4 Typ 5 Typ 6
Anzahl 42 75 92 131 72 53
Median 743 1193 1540 2092 2858 4477
Mittelwert 852 1290 1742 2240 3053 4139
Minimum 69 103 174 118 599 521
Maximum 3010 4450 5802 5883 6456 6576
90%-Perz. 1885 3070 3356 4796 5145 5929
Bayernkarte mit Verteilung der 6 konzentrationsabhängigen Gebietstypen in unterschiedlichen Farben Bild vergrössern Verteilung der 6 konzentrationsabhängigen Gebietstypen generiert aus den EPA-PAH Gehalten der Auflagen. Punkte kennzeichnen verwendete Stützwerte

Die statistischen Kennwerte für die EPA-PAH Konzentrationen der Auflagen Bayerns (Tab. 1) zeigen bei Untergliederung nach den einwohnerdichteabhängigen LABO-Gebietstypen [6] keine einheitliche Reihenfolge an. Für den Mittelwert, Median und das Maximum ergibt sich die Konzentrationsabfolge: Typ III > Typ I > Typ II. Lediglich bei Betrachtung des Minimums (Typ I >Typ II = Typ III) und 90%-Perzentils (Typ I >Typ III > Typ II) zeigen sich die erwarteten höheren Konzentrationen in den Verdichtungsräumen. Diese Diskrepanz zum üblicherweise zu beobachtenden Anstieg der Konzentrationen vom ländlichen Raum (Typ III) über Ballungsrand (Typ II) zum Ballungsraum (Typ I) kann dadurch erklärt werden, dass in den ländlichen Regionen (Typ III) Nord- und Nordostbayerns die höchsten PAK-Immissionen registriert werden. Dies liegt zumindest für NO-Bayern in der Nähe zum tschechischen Braunkohlerevier Sokolov begründet, in dem seit Jahrzehnten mehrere Braunkohlekraftwerke zur Energieerzeugung eingesetzt werden. Für den Norden und NW Bayerns scheint in diesem Zusammenhang die Industrieregion im Raum Frankfurt eine ähnliche Rolle zu spielen. Diese von den Annahmen der LABO [6] abweichenden Befunde legen daher für Bayern eine Gebietstypisierung auf Grundlage der Immissionssituation nahe und nicht auf der Basis der einwohnerdichteabhängigen LABO-Gebietstypen [6]. Vergleichbare Ergebnisse können für die Gehalte polychlorierter Biphenyle (PCB) in den Auflagen konstatiert werden.
Aufgrund dieses Befundes werden entgegen den LABO-Vorgaben die Hintergrundwerte organischer Schadstoffe in bayerischen Böden anhand der oben dargelegten stoffspezifischen immissionsabhängigen Gebietstypisierung abgeleitet. Danach werden den jeweiligen Gebietstypen die entsprechenden Untersuchungsstandorte zugeordnet und die Hintergrundwerte gemäß LABO-Vorgaben für jeden Gebietstyp abgeleitet. Entsprechend der Vorgehensweise bei den Schwermetallhintergrundwerten wird das 90%-Perzentil als Hintergrundwert, der die Obergrenze des repräsentativen Wertebereichs kennzeichnet, dargestellt.

Literatur

LABO, Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Bodenschutz (2003): Hintergrundwerte für anorganische und organische Stoffe in Böden. Beschlussfassung der 33 . StäA4-Sitzung, 29./30.01.2003, 58 S.

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