Bodenkartierung

Wie verteilen sich die Böden in Bayern?

Das Ziel der bodenkundlichen Kartierung ist die kartenmäßige Erfassung und Darstellung der Böden Bayerns. Die Kartierung der Böden mit dem Bohrstock liefert die Daten, auf deren Grundlage Bodenkarten erstellt werden. Derzeit erarbeiten wir Konzeptbodenkarten im Maßstab 1 : 25 000, die als Grundlage für die bayernweite Bodenübersichtskarte
1 : 200 000 (BÜK 200) dienen. 64 Konzeptbodenkarten im Maßstab 1 : 25 000 müssen kartiert werden damit 1 Kartenblatt der BÜK 200 entstehen kann.

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Bohrwagen Bild vergrößern Bohrwagen

Die Historie der bodenkundlichen Kartierung - wie alles begann

Die erste Bodenübersichtskarte von Bayern entstand 1953 im Maßstab 1 : 500 000 (BÜK 500). Die Geländeaufnahmen zur Bodenkarte 1 : 25 000 begannen 1955. Um einen landesweiten Überblick zu bekommen wurden über Bayern verstreut einzelne Kartenblätter in den verschiedenen Bodenlandschaften erstellt. Seit Anfang 1970 erfolgte die Aufnahme größerer geschlossener Gebiete in Form von Kartenblöcken. So wurde 1986 der Kartenblock München-Augsburg als standortkundliche Bodenkarte im Maßstab 1 : 50 000 (SBK 50) herausgegeben.

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Zu den Kartenblöcken wurden Erläuterungsbände gedruckt, die neben der kurzen Charakterisierung der Leitböden jeder Legendeneinheit, bodenphysikalische und -chemische Analysenergebnisse sowie standardisierte standortkundliche Parameter, wie Lage, Relief, ökologischer Feuchtegrad, Filtervermögen und Erosionsanfälligkeit etc. enthalten. Das Ziel ist, die Standortkundliche Bodenkarte für gesamt Bayern herauszugeben. Eine wichtige Vorarbeit hierfür ist die Konzeptbodenkarte im Maßstab 1 : 25 000 (KBK 25), deren Erstellung zur Zeit einen Schwerpunkt der Bodenflächeninventur bildet.

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Die Kartierung im Gelände erfolgt mittels Bohrstock. Aber nicht nur die Geländearbeit ist wichtig. In eine Bodenkarte gehen unter anderem Informationen aus geologischen Karten, aus Bodenschätzungskarten, Forstkarten und Luftbildern mit ein. Aus allem zusammen werden von unseren Fachleuten Bodenkarten erstellt. Für das zu kartierende Kartenblatt wird zunächst unter Einbeziehung aller verfügbaren Punkt- und Flächendaten ein primär auf den geologischen Verhältnissen basierender Kartenentwurf aber auch ein Legendenentwurf erstellt.

Bohrstock Bohrstock

Der Kartenentwurf wird im Gelände durch bodenkundliche Aufnahmen wie Bohrungen von 1 – 2 m Tiefe und Bodenaufschlüsse verifiziert. Auf diese Weise überprüft man die Abgrenzungen und Inhalte des Kartenentwurfes, berichtigt und ergänzt sie gegebenenfalls. Gleichzeitig werden die fachlichen Inhalte der abgegrenzten Flächeneinheiten nach den Geländebefunden überarbeitet; es entsteht eine Feldkarte. Jeder Bohrpunkt wird in die Feldkarte eingetragen. Seine genaue Lage (Rechts- und Hochwert) wird mit dem GPS (Global Positioning System) ermittelt. Bereits im Gelände werden unter anderem der Bodentyp ( z.B. Braunerde), Angaben zum Ausgangsmaterial (Geologie), die Körnung des Feinbodens, der Kalkgehalt und die Schichtung des Ausgangsmaterials digital erfasst. Die Körnung des Feinbodens wird mit der Fingerprobe bestimmt.

Entwicklung neuer Kartierverfahren

Geoinformationssysteme werden zunehmend in den Arbeitsablauf der bodenkundlichen Kartierung integriert. Die Verschneidung der verschiedenen, digital vorgehaltenen Kartengrundlagen (Geologie, Relief usw.) erfolgt georeferenziert am Bildschirm. In naher Zukunft werden die amtlichen Bodenschätzungsdaten für ganz Bayern digital vorliegen. Mit diesen hoch auflösenden Daten eröffnet sich ein weites Anwendungsfeld, für das geeignete, regional gültige Methoden entwickelt werden müssen. Dies gilt ebenso für Fernerkundungsdaten und den Einsatz neuronaler Netze.