Rückhaltevermögen des Bodens für Schadstoffe

Rückhaltevermögen des Bodens für Schwermetalle

Rauchender Schlot Bild vergrößern Rauchender Schlot

Seit Beginn der Industrialisierung gelangen durch die menschlichen Aktivitäten freigesetzte Stoffe auf und in die Böden, die in natürlichen Böden oft in diesen Maßen nicht vorkommen. Durch den Eintrag solcher Elemente, wie z.B. mancher Schwermetalle können ab bestimmten Konzentrationen die Bodenfunktionen beeinträchtigt werden.

Schwermetalle kommen natürlicherweise im Boden nur in Spuren vor. Sie können in größeren Konzentrationen toxisch wirken und werden im Boden nicht abgebaut. Böden sind jedoch in unterschiedlichem Maße in der Lage, die Schwermetalle zu binden, so dass sie sich nicht schädlich auf Bodenorganismen, Pflanzen oder die Qualität von Grund- und Oberflächenwässer auswirken.

Bewertet wird die Fähigkeit von Böden Schwermetalle zu binden. Die Verlagerung oder Festlegung von Schwermetallen im Boden hängt in erster Linie vom pH-Wert ab, da die meisten Schwermetalle im sauren Bereich mobil werden. Bei hohen pH-Werten sind sie an Humusbestandteilen und Tonmineralen festgelegt.

Rückhaltevermögen für Schwermetalle - Kartenblatt 7033 Titting
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Rückhaltevermögen für Schwermetalle - Kartenblatt 7033 Titting

Daher gehen Humus- und Tongehalte in die Bewertung mit ein. Stellvertretend für alle Schwermetalle erfolgt die Bewertung der Bindungsstärke für Cadmium, das als sehr mobiles Schwermetall einen "worst case" darstellt.

Karten der Bodenfunktionen wurden im Rahmen von Projekten erstellt. Beispielhaft ist die Karte Rückhaltevermögen des Bodens für Schwermetalle für das Kartenblatt 7033 Titting als Download abrufbar. Die Bewertung der gesamten

Planungsregion Ingolstadt ist im Bodeninformationssystem (BIS) veröffentlicht.

Rückhaltevermögen des Bodens für nichtsorbierbare Stoffe (z.B. Nitrat)

Schild eines Wasserschutzgebietes
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Schild eines Wasserschutzgebietes

Der Anbau und die Ernte von Ackerfrüchten führen zum Entzug von Nährstoffen aus dem Boden. Daher "ermüden" die Böden wenn sie ohne die Zufuhr von Düngemitteln kontinuierlich bewirtschaftet werden.
Einige Pflanzennährstoffe, wie z.B. Nitrat, können im Boden jedoch nicht an die Oberfläche der Bodenpartikel gebunden und somit gespeichert werden. Sie sind im Bodenwasser gelöst und werden zusammen mit dem Sickerwasser verlagert. Solange sich solche gelösten Stoffe noch im Wurzelraum der Pflanzen befinden, können Sie von den Pflanzen aufgenommen werden. Sobald sie aber über die Wurzelzone hinaus verlagert werden, sind sie für die Kulturpflanzen nicht mehr verfügbar. Düngemittel wie Nitrat aber auch Streusalze können dann ins Grundwasser gelangen.
Je mehr Wasser ein Boden im Wurzelraum der Pflanzen speichern kann, desto geringer ist diese Gefahr der Verlagerung ins Grundwasser.

Es wird die jährliche Austauschhäufigkeit des Bodenwassers im Wurzelraum landwirtschaftlicher Flächen berechnet und ordinal skaliert klassifiziert. Bei der Berechnung der Sickerwasserrate wird die Nutzung berücksichtigt, in die Abschätzung des Wurzelraumes geht der Grundwasserstand mit ein. Unter Wald liefert die Methode nur eine Gefährdungsabschätzung bezüglich der Nitratverlagerung bei extremen Störungen wie Windwurf oder Kahlschlag und den damit verbundenen starken Nitratfreisetzungen bei stark vermindertem Stickstoffbedarf.

Rückhaltevermögen für nichtsorbierbare Stoffe - Kartenblatt 7033 Titting
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Rückhaltevermögen für nichtsorbierbare Stoffe - Kartenblatt 7033 Titting
Karten der Bodenfunktionen wurden im Rahmen von Projekten erstellt. Beispielhaft ist die Karte Filter- und Pufferfunktion des Bodens für nichtsorbierbare Stoffe für das Kartenblatt 7033 Titting als Download abrufbar. Die Bewertung der gesamten

Planungsregion Ingolstadt ist im Bodeninformationssystem (BIS) veröffentlicht.