Boden als Lebensraum für Pflanzen und Bodenorganismen

Boden als Lebensraum für die natürliche Vegetation

Die natürliche Vegetation spiegelt maßgebliche Bodeneigenschaften wider, da der Boden einer der wichtigsten Standortfaktoren für Pflanzen ist. Neben dem Klima und der Lage eines Standorts im Gelände beeinflusst vor allem der Boden durch sein Wasser- und Nährstoffangebot die Entwicklung einer spezifischen Pflanzengesellschaft bzw. Lebensgemeinschaft.

Pflanzen mit besonderen Ansprüchen sind bedroht

Moorvegetation Moorvegetation

Durch die intensive land- und forstwirtschaftliche Nutzung sind in den letzten Jahrhunderten bestimmte Pflanzengesellschaften weit zurückgedrängt oder ganz verdrängt worden, während andere Pflanzengesellschaften dadurch gefördert wurden. Insbesondere Lebensräume auf denen nur sehr anpassungsfähige Pflanzen wachsen können, wie extreme Feucht- oder Trockenstandorte oder sehr nährstoffarme Standorte sind durch moderne, intensive Landnutzungsformen dezimiert worden.

Wo könnten solche Pflanzen noch geeignete Lebensräume finden?

Extremstandorte nehmen heute in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert ein und sind häufig schon als Biotope geschützt. Zur Sicherung der oft isolierten Lebensgemeinschaften auf solchen Standorten ist eine Vernetzung ihrer Lebensräume von großer Bedeutung. Daher ist es wichtig zu wissen, wo Böden vorkommen, die diesen Lebensgemeinschaften die notwendigen Standortvoraussetzungen bieten. Eine Charakterisierung des Standortpotenzials für die natürliche Vegetation kann geeignete Flächen aufzeigen.

Lebensraum für die natürliche Vegetation - Kartenblatt 7033 Titting
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Lebensraum für die natürliche Vegetation - Kartenblatt 7033 Titting

Zur Charakterisierung des Standortpotenzials für die natürliche Vegetation werden die Böden nach Bodentypen, Wasser- und Feuchteregime, nutzbarer Feldkapazität im Wurzelraum und Carbonatgehalt bzw. Tiefenverlauf der Basensättigung Standorttypen zugeordnet.

Karten der Bodenfunktionen wurden im Rahmen von Projekten erstellt. Beispielhaft ist die Karte Lebensraum für die natürliche Vegetation für das Kartenblatt 7033 Titting als Download abrufbar. Die Bewertung der gesamten Planungsregion

Ingolstadt ist im BIS veröffentlicht.

Boden als Lebensraum für Bodenorganismen

Der Boden lebt!

Großlaufkäfer
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Großlaufkäfer - ein räuberisches Bodenlebewesen

Die meisten Böden bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Bodenorganismen. Die Menge und die Art der in einem Boden vorkommenden Bodenorganismen sind zuverlässige Indikatoren für den Bodenzustand und die Bodenvitalität. Bodenorganismen zersetzen Blätter und Wurzeln, tote Bodentiere und Mikroorganismen. Sie wandeln nicht verwertbare Nährstoffe in eine pflanzenverfügbare Form um, speichern Nährelemente und verbessern die Bodenstruktur. Es gibt im Boden eine ungeheure Vielfalt an Bodenlebewesen, die miteinander in komplexen, zum Teil bisher unbekannten Wirkungszusammenhängen stehen. Hier besteht noch erheblicher Forschungsbedarf. Diese Bodenteilfunktion wird am LfU daher noch nicht bewertet.