Ertragsfähigkeit

Natürliche Ertragsfähigkeit landwirtschaftlich genutzter Böden

Die Produktion von Nahrungsmitteln ist seit jeher eine Grundvoraussetzung für das Fortbestehen menschlicher Gesellschaften. Die Bedeutung der natürlichen Ertragsfähigkeit tritt heute in den Hintergrund, da die moderne Landwirtschaft mit meist hohem Einsatz an Energie, Maschinen und chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln auch auf solchen Standorten hohe Erträge erzielt, die von Natur aus weniger leistungsfähig sind. Damit erscheint die Nahrungsmittelversorgung in Mitteleuropa weitgehend gesichert.

Die intensive Landwirtschaft erfordert jedoch einen hohen energetischen Aufwand und kann Umweltprobleme verursachen. Eine umweltschonende Landwirtschaft ist am ehesten auf Böden mit einer hohen natürlichen Ertragsfähigkeit möglich, die daher auch geschützt und für landwirtschaftliche Nutzung verfügbar gehalten werden sollten.

Kalkung eines Ackers Bild vergrößern Kalkung eines Ackers
Ertragsfähigkeit landwirtschaftlich genutzter Böden - Kartenblatt 7033 Titting
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Ertragsfähigkeit landwirtschaftlich genutzter Böden - Kartenblatt 7033 Titting

Die natürliche Ertragsfähigkeit landwirtschaftlich genutzter Böden wird aus der Acker- bzw. Grünlandzahl der Bodenschätzung oder aus der Standortkennzeichnung der landwirtschaftlichen Standortkarte (LSK) abgeleitet. Karten der Bodenfunktionen wurden im Rahmen von Projekten erstellt. Beispielhaft ist die Karte Natürliche Ertragsfähigkeit landwirtschaftlich genutzter Böden für das Kartenblatt 7033 Titting als Download abrufbar. Die Bewertung der gesamten Planungsregion Ingolstadt ist im BIS veröffentlicht.

Natürliche Ertragsfähigkeit forstwirtschaftlich genutzter Böden

Der Wald erfüllt neben vielen anderen Funktionen, wie z.B. der Klimaschutzfunktion, der Erholungsfunktion und der Naturschutzfunktion auch eine Funktion für die forstwirtschaftliche Nutzung. Diese Produktionsfunktion aufrecht zu erhalten und gegebenenfalls zu steigern ist eine der Aufgaben der vom Waldgesetz für Bayern geforderten sachgemäßen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung.

Da Meliorationen zur Ertragssteigerung aus ökologischen und ökonomischen Gründen kaum noch durchgeführt werden, müssen bei der Holzproduktion die vorhandenen natürlichen Produktionskräfte des Bodens ausgenutzt werden. Daher stellen von Natur aus leistungsfähige Waldböden mit forstwirtschaftlicher Nutzung ein Schutzgut dar. Die Bewertung der natürlichen Ertragsfähigkeit kann anhand der Einheiten der forstlichen Standortkartierung erfolgen.