Boden in der Planung

Vorgehen bei Planungs- und Genehmigungsverfahren

Beim vorsorgenden Schutz des Bodens mit seinen vielfältigen Funktionen im Naturhaushalt kommt der räumlichen Planung eine entscheidende Rolle zu, da in ihr letztlich verbindliche Aussagen zur Flächennutzung gemacht werden. Für Vorhaben, welche die Bodennutzung betreffen oder regeln, ist es daher folgendes unerlässlich:

  • Die Funktionen des Bodens im Naturhaushalt zu erfassen und zu bewerten, um konkurrierende Nutzungen fachgerecht untereinander und gegeneinander abwägen zu können
  • Ziele zu definieren und Festlegungen zur Sicherung der Bodenfunktionen zu treffen
Bodenkarten mit der Darstellung verschiednener Themen

Die hierbei zu berücksichtigenden fachlichen Grundlagen ergeben sich grundsätzlich aus den Funktionsbestimmungen des BBodSchG. Um die Bodenfunktionen bei Planungs- und Genehmigungsverfahren sachgerecht berücksichtigen zu können, empfiehlt sich grundsätzlich folgende Vorgehensweise:

a) Darstellung des Planungsraumes im Bezug auf geologische Voraussetzungen und Festlegung der jeweils relevanten Bodenfunktionen: Welche Funktionen sind im regionalen Kontext wichtig, betroffen und/oder können aufgrund der Datenlage bewertet werden?

b) Ermittlung und Zusammenführung der verfügbaren Daten, ggf. Erhebung zusätzlicher Bodendaten. Erhebung zusätzlicher Bodendaten in speziellen Fällen, z.B. wenn starker Grundwassereinfluss oder andere standörtliche Besonderheiten eine hohe Bedeutung der betreffenden Böden erwarten lassen.

c) Bewertung der Bodenfunktionen und Ermittlung des jeweiligen Funktionserfüllungsgrades.

d) Erfassung der Auswirkungen von vorhandenen oder geplanten Nutzungen auf die Bodenfunktionen und Ermittlung der daraus resultierenden Beeinträchtigungen der Bodenfunktionen, z.B. im Rahmen einer ökologischen Risikoanalyse. Eine erosionsfördernde Nutzung kann beispielsweise der Anbau von Mais darstellen, während Grünlandnutzung die Erosion hemmt.

e) Ermittlung und Festlegung von Zielen und Maßnahmen zur Vermeidung, Minimierung und Kompensation von Bodenbeeinträchtigungen.

Bei welchem Planungs- bzw. Genehmigungsverfahren welche Bewertungsmethode gewählt wird, welche Gewichtung die Ergebnisse bekommen und welche Umsetzung in den Verfahren notwendig werden hängt von der Maßstabsebene ab. Kleinmaßstäbliche Bewertungen (z.B. 1:25.000) können nur eine orientierende Aussage liefern (regionale Planung). Für die vorbereitende bzw. verbindliche Planung muss die Bewertung (und damit die Datengrundlage) in einem Maßstab von 1:10.000 bis 1:15.000 bzw. 1:1.000 bis 1:5.000 erfolgen.
Beispiele von Bodenbewertungskarten des LFU finden Sie auf der Seite.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat eine Arbeitshilfe zur Bewertung natürlicher Bodenfunktionen erarbeitet. Diese Arbeitshilfe soll für Bayern eine vorläufige Handlungsanleitung für die Integration des Schutzgutes Boden in die räumliche Planung darstellen. Sie enthält gängige und einfach zu handhabende Methoden, die für die naturräumlichen Gegebenheiten Bayerns anwendbar sind.