Die Aufgaben der Umweltanalytik am LfU

Dioxine und polychlorierte Biphenyle (PCB), Quecksilber und Arsen, Pflanzenschutzmittel und perfluorierte Tenside (PFT), Dieselruß und Feinstaub, Arzneimittelrückstände und Hormone, radioaktives Cäsium und Iod.
Jährlich werden hunderte neuer Chemikalien in den Forschungslaboren der Welt synthetisiert; häufig zum Wohle der Menschheit, in einigen Fällen aber auch mit zum Teil fatalen Effekten für die Umwelt und damit auch für uns selbst.

Das LfU ist in der Lage viele dieser potentiell umweltschädigenden Stoffe in seinen modernen Laboren mit einer breiten Palette hoch empfindlicher Nachweisverfahren, High-Tech-Analysegeräten (z.B. hochauflösende Massenspektrometer, Rasterelektronenmikroskopie) in Umweltproben aufzuspüren und zu untersuchen.

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Dabei versuchen wir Antworten zu finden auf die Fragen: Woher kommen die Stoffe, welche Eintragspfade gibt es, wie breiten sie sich in der Umwelt aus, reichern sie sich in der Umwelt an oder werden sie rasch abgebaut, werden Grenzwerte überschritten oder ist bereits eine schädigende Wirkung im Ökosystem (z.B. Fischen, Pflanzen) nachzuweisen?

Um diese ökologischen Risiken abschätzen zu können, führen wir in unseren Laboren Toxizitäts- und Biotests mit Tieren, Pflanzen und Bakterien durch und erfassen damit sowohl akute als auch langfristige toxische Wirkungen. Wir untersuchen mikrobiologische Prozesse an Kläranlagen und Gewässern und nutzen molekularbiologische Methoden für die Identifizierung von Organismen.

Die LfU-Labore liefern mit den Analysen von Abfall-, Boden-, Gesteins-, Wasser-, Luft- und Biotaproben die Datengrundlagen über den Zustand der Umwelt in Bayern. Da diese Messdaten als Basis für politische und administrative Entscheidungen dienen, müssen unsere Labore höchste Qualitätsstandards erfüllen und beteiligen sich deshalb laufend an nationalen und internationalen Vergleichstests.

Bei akuten Schadens- und Störfällen können die LfU-Labore rasch reagieren und klären, ob und inwieweit gefährliche Stoffe in die Umwelt eingetragen wurden. Für die besonders gefährlichen radioaktiven Stoffe stehen rund um die Uhr Einsatzfahrzeuge mit mobilen Messeinrichtungen zur Verfügung. In den beiden nach modernsten Standards ausgebauten S3-Sicherheitslaboren ist auch der Umgang mit größeren Mengen hochtoxischer Stoffe (z.B. Dioxinen) und Radionukliden möglich.

Um praxisbezogene Fragestellungen insbesondere aus dem Altlastenbereich untersuchen zu können, stehen uns Versuchsanlagen, z.B. Lysimeter, Modellkläranlagen an unserem Standort in Wielenbach zur Verfügung.