Lysimeteruntersuchungen

Als Lysimeter werden ganz allgemein Instrumente zur Beprobung und Bestimmung der Quantität und Qualität von Bodensickerwasser bezeichnet. Seit dem Bau des ersten Lysimeters, der dem französischen Mathematiker und Meteorologen de la Hire um 1688 zugeschrieben wird, haben sich besonders in Europa Lysimeter zu einem anerkannten Werkzeug zur Erforschung der Wasserbewegungen entwickelt. Seit Beginn der 1970er Jahre werden Lysimeter auch verstärkt zur Untersuchung des Stofftransports mit dem Sickerwasserstrom eingesetzt, außerdem liefern sie Parameter für die mathematische Modellierung des Wasser- und Stoffhaushalts und sind gut geeignet zur Kalibrierung solcher Modelle. In der Umweltforschung werden Lysimeter heutzutage vor allem zur Erfassung von Wechselwirkungen, bzw. Stofftransporten zwischen der Atmosphäre, den Pflanze, dem Boden, der Tierwelt und dem Grundwasser verwendet.

Ein intakter Boden ist von herausragender Bedeutung für den Schutz des Grundwassers Bild vergrößern Ein intakter Boden ist von herausragender Bedeutung für den Schutz des Grundwassers

Lysimeteruntersuchungen stellen ein wesentliches Hilfsmittel zur Quantifizierung von Wasser- und Stoffströmen in Böden dar. Die einzigartige Besonderheit der Lysimetrie ist, dass mit ihr alle Komponenten der Wasserbilanz vollständig erfasst werden können. Lysimeter ermöglichen zudem eine Kopplung von Labor- und Freilandversuchen. Für Untersuchungen von Boden und Sickerwasserzone stellen Lysimeteruntersuchungen ein wichtiges Bindeglied zwischen den Versuchen in kleinskaligen Laboranordnungen und der Übertragung ihrer Ergebnisse im Freiland dar.

Nur mit Lysimetern lassen sich die vielfältigen Transportwege des Sickerwassers realitätsnah erfassen Bild vergrößern Nur mit Lysimetern lassen sich die vielfältigen Transportwege des Sickerwassers realitätsnah erfassen

Obwohl sie als vergleichsweise teure Versuchsanlagen gelten, erfordern nicht alle Fragestellungen höchsten technischen Aufwand. Für die exakte Bestimmung des Wasserhaushaltes sollten zwar wägbare Lysimeter eingesetzt werden, für die Beobachtung der Auswirkung von unterschiedlicher Landnutzung genügen jedoch auch einfache Lysimeter.

Im Landesamt für Umwelt werden derzeit an der Dienststelle Wielenbach verschiedene Lysimeter betrieben. Neben der wichtigsten Einrichtung, einer Großlysimeteranlage mit acht Bodensäulen von je 2 m Höhe und
1 m2 Fläche, werden noch Untersuchungen an kleineren, sog. Gee-Lysimetern durchgeführt. Zusätzlich wird ein Testfeld mit zwei getrennten Versuchsschächten betrieben, bei denen für sog. Halbschalenlysimeter in jeweils zwei verschiedenen Bodenhorizonten 5 m lange halbierte Rohre mit einem Durchmesser von 15 cm waagrecht eingebaut sind.

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