Risiko bewerten

Welche Abbauprodukte entstehen?

Mit einer Kläranlage im Laborformat testen die Wissenschaftler, wie Spurenstoffe abgebaut werden. Sie fanden bislang unbekannte Abbauprodukte blutdrucksenkender Arzneimittel (Sartane). Tests zeigen, dass diese für Wasserorganismen ungefährlich sind – zumindest in den typischerweise in Gewässern vorkommenden Konzentrationen.

Laborgeräte und eine Flasche, die die Lösung mit den Spurenstoffen enthält Bild vergrössern Die Spurenstoffe werden kontinuierlich zugegeben. Regelmäßig wird analysiert, wie weit sie abgebaut wurden.

Schaden die Substanzen Tieren und Pflanzen?

Da die Sicherheit ein wichtiger Aspekt ist, beschäftigt sich ein weiterer Teil des Projektes mit der Frage, wie giftig die Spurenstoffe sind. Schädigen sie die im Wasser lebenden Tiere und Pflanzen? Verändern sie gar deren Erbgut? Tests mit Algen, Daphnien und Fischeiern sollen dies zeigen. Hierzu werden sowohl der Zulauf der Laborkläranlagen untersucht als auch deren Ablauf, der Abbauprodukte enthalten kann. Vorteil der Tests mit lebenden Organismen (Biotests) ist, dass diese auf alle Schadstoffe reagieren können – auch wenn man sie nicht kennt.

Bechergläser, in denen Daphnien mit Grünalgen gefüttert wurden Bild vergrössern Schon wenn sie einer kleinen Menge Schadstoff ausgesetzt sind, werden Daphnien in ihrer Bewegung gehemmt oder bekommen weniger Nachwuchs

Wie hoch ist das Risiko für Lebewesen im Wasser?

Vergleicht man die in ökotoxikologischen Tests ermittelte Wirkung auf Organismen mit den in der Umwelt gefundenen Konzentrationen, kann man das Risiko für die Natur abschätzten.

Wie stabil und mobil sind die Spurenstoffe und ihre Abbauprodukte? Besteht die Gefahr, dass sie ins Trinkwasser gelangen?

Laborgeräte: links die mit Boden gefüllte Säule, rechts das Wasser mit den Spurenstoffen, in der Mitte eine Pumpe Bild vergrössern Die Säulen werden mit Boden gefüllt, das mit Spurenstoffen versetzte Wasser wird im Kreislauf von unten nach oben hindurch gepumpt. Nach 50 Tagen wird im Wasser nach Spurenstoffen und Abbauprodukten gesucht

Um zu testen, ob kritische organische Chemikalien aus Fließgewässern in das Grundwasser und damit ins Trinkwasser gelangen können, prüft das Projekt, wie leicht Medikamente und Pflanzenschutzmittel sowie deren Abbauprodukte durch den Boden sickern. Weiterhin wird untersucht, ob sie an den Bodenpartikeln haften bleiben oder sogar abgebaut werden und welche Abbauprodukte entstehen. Je nachdem, ob im Boden oder Wasser Sauerstoff anwesend ist (aerob) oder nicht (anaerob), werden einige Stoffe anders abgebaut.