Fachtagungen

"Anthropogene Spurenstoffe zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und praktischem Handlungsbedarf" am 9./10. Oktober 2014

Medikamente, Reinigungsmittel, Duftstoffe – diese und viele andere Chemikalien gelangen tagtäglich mit dem Abwasser in die Kläranlagen. Da dort viele Substanzen nicht oder nur teilweise abgebaut oder zurückgehalten werden, enthält geklärtes Abwasser mehr Spurenstoffe als man denkt, und viele davon sind noch unbekannt. Sie zu identifizieren ist gar nicht so einfach: Zum einen kommen sie nur in sehr geringen Mengen vor, zum anderen gibt es häufig keine Referenzsubstanzen für Vergleichsmessungen. Auch weiß man noch wenig darüber, wie die von einzelnen Spurenstoffen ausgehenden Risiken zu bewerten sind, also wie stabil oder mobil einzelne Substanzen sind oder wie sie auf Organismen wirken: Möglicherweise schädigen einige von ihnen die in Gewässern lebenden Pflanzen und Tiere.

Solange die Fakten nicht geklärt sind, ist es sinnvoll, vorbeugend die Risiken zu minimieren. Doch was kann oder sollte man tun? Was ist über einzelne Stoffe bekannt? Gibt es bereits Gesetze und Verordnungen? Diese Fachtagung zeigte, dass es sinnvoll ist, an verschiedenen Stellen anzusetzen. Sie präsentierte die Ergebnisse des vom BMBF-geförderten Projektes RISK-IDENT und diskutierte die Konsequenzen für den praktischen Umgang mit den vom Menschen in die Umwelt gebrachten Spurenstoffen.

Die Veranstaltung richtete sich deutschlandweit an Praktiker aus Ämtern, Abwasserzweckverbänden und Kläranlagen sowie Ingenieurbüros und Umweltberater. Willkommen waren aber auch Entscheider aus der Politik und Forscher aus der Wissenschaft. Den Tagungsband zur Veranstaltung finden Sie in der rechten Spalte.

"Fortschritte in der Suspected- und Non-Target-Analytik. Softwaretools, Datenbanken und ihre Anwendung" am 27./28. März 2014

Spurenstoffe zu identifizieren ist schwierig: Zum einen kommen sie nur in sehr geringen Mengen vor, zum anderen gibt es häufig keine Referenzsubstanzen für Vergleichsmessungen. Gerade im Abwasser sind viele Spurenstoffe noch unbekannt, darunter auch Abbauprodukte bekannter Chemikalien. Eine Möglichkeit zur Analyse der gewonnenen Daten besteht darin, diese mit denen bereits bekannter Stoffe zu vergleichen. Dazu wurde innerhalb des BMBF-Forschungsprojekts RISK-IDENT die Datenbank STOFF-IDENT entwickelt, die neben Summenformeln und exakter Masse auch typische weitere Eigenschaften gewässerrelevanter Stoffe enthält. Gibt man in diese Datenbank die Daten der Wasserprobe ein, bekommt man auf Grund einer „Ähnlichkeit“ eine gewichtete Menge von Vorschlägen um welchen Stoff es sich handeln könnte. Mit Hilfe eingebundener Werkzeuge kann dann diese Vorschlagsmenge auf wenige Kandidaten eingegrenzt werden.
Diese von den BMBF-geförderten Projekten RISK-IDENT und ASKURIS gemeinsam organisierte Fachtagung betrachtet das Thema Suspected- und Non-Target-Analytik im aquatischen Bereich unter dem Aspekt der Softwarewerkzeuge. Vorgestellt wurden Gerätesoftware, Retentionszeitindex (RTI), sowie die Datenbanken STOFF-IDENT und DAIOS. Dazu wurden jeweils der aktuelle Stand der Entwicklung gezeigt und verschiedene Anwendungsbeispiele demonstriert. Außerdem wurden neue Strategien für das Monitoring präsentiert.

Sie haben Interesse an der Datenbank? Schreiben Sie bitte eine E-Mail an marco.luthardt@hswt.de, wir senden Ihnen die URL und die Zugangsdaten zu.