Eintrag von Spurenstoffen minimieren

Mithilfe welcher Technik kann man Spurenstoffe bei der Abwasserreinigung eliminieren?

Es gibt verschiedene Methoden, unerwünschte Stoffe aus dem Wasser zu entfernen: Zum einen kann man die Stoffe an Oberflächen binden (sorbieren), beispielsweise an Aktivkohle. Zum anderen können die Stoffe zerstört werden, entweder mit Ozon oder mit OH-Radikalen. Dabei müssen die Stoffe nicht komplett zerstört (mineralisiert) werden – oft reicht es, wenn sie so verändert sind, dass Mikroorganismen sie weiter abbauen können. Oder dass die Konzentration der Stoffe so niedrig ist, dass sie nicht mehr schädlich wirken.

Noch sind Kläranlagen nicht darauf ausgelegt, alle Spurenstoffe zu entfernen. Das Abwasser wird erst mechanisch (Rechen), danach mikrobiologisch (Klärbecken) und oft noch chemisch (Fällung) gereinigt. Trotzdem enthält das gereinigte Abwasser oft noch Spurenstoffe – wie Reste von Medikamenten und Chemikalien aus Putzmitteln.

Da die von Diamantelektroden gebildeten OH-Radikale organische Stoffe abbauen können, erprobt das Projekt ein neues Verfahren hiermit. Es soll möglichst effizient und energiesparend sein und keine neuen Risiken für die Lebewesen in Bächen und Flüssen bergen.

 Die Elektroden in Nahaufnahme Bild vergrössern Die Versuchsanlage enthält Diamantelektroden, die – unter Strom gesetzt – OH-Radikale erzeugen. Diese zerlegen im Wasser befindliche Moleküle

Wie geben wir unser Wissen weiter?

Ein weiteres Ziel des Projektes sind Handlungsanweisungen für Kläranlagenbetreiber, Wasserversorger und analytische Labore, die zeigen, wie bisher unbekannte Stoffe identifiziert und eliminiert werden können. Außerdem soll vermittelt werden, wie mit dem Risiko unbekannter Spurenstoffe umgegangen werden sollte. Die Datenbank STOFF-IDENT wird dem interessierten Fachpublikum auf der Homepage des Bayerischen Landesamtes für Umwelt zur Verfügung gestellt.

Damit jedermann mitmachen kann, gilt es Wissen zu vermitteln und Bewusstsein zu wecken: Je weniger Schadstoffe ins Abwasser gelangen, umso weniger müssen nachher beseitigt werden. In Haushalt und Betrieben sollte man daher mit Chemikalien und Arzneimitteln verantwortungsvoll umgehen. Altmedikamente gehören in die Restmülltonne, nicht in die Toilette.

Broschüren Die Ergebnisse des Projektes für Bürger aufbereitet