PSM-Metaboliten

In Folge eines Nachsorge – Monitorings wurden im November 2006 die Fachbehörden in Bayern und Baden-Württemberg auf Funde eines Metaboliten (Desphenyl-Chloridazon) des Rübenanbau-Herbizids Chloridazon im Grundwasser aufmerksam und führten daraufhin eigene Untersuchungen durch. Die hierbei gemessenen Grundwasserbelastungen lagen mit bis zu 10 µg/l zum Teil erheblich über 0,1 µg/l, dem für Pflanzenschutzmittel (PSM) und relevante Metaboliten festgelegten Trinkwassergrenzwert. In der Folge wurden weitere Wirkstoffe bekannt, deren Metaboliten in Konzentrationen bis zu einigen µg/l im Grundwasser auftreten können. Dabei trat eine Diskrepanz in der Bewertung des Vorkommens solcher im Rahmen der PSM-Zulassung als nicht relevant eingestufter Metaboliten zwischen Trinkwasserrecht (0,1 µg/l) und Pflanzenschutzrecht (10 µg/l) zutage. Daher wurde auch versucht, auf Bundesebene eine einheitliche Sprachregelung bezüglich der Unterscheidung in relevante und nicht relevante Metaboliten im Pflanzenschutzrecht und im Trinkwasserrecht zu erreichen.

Mit einem umfangreichen Untersuchungsprogramm wird derzeit der Umfang des Vorkommens von PSM-Metaboliten im Grund- und Oberflächenwasser ermittelt, nachdem im Mai 2008 eine weitere Liste von Wirkstoffen mit potenziell ins Grund- und Oberflächenwasser gelangenden Metaboliten vom BVL und der Industrie zur Verfügung gestellt wurde. Die bisherigen Ergebnisse zeigen das verbreitete Vorkommen von PSM-Metaboliten, allerdings sind bislang nur relativ wenige davon in Konzentrationen über 1 µg/l g nachgewiesen worden. Mit einer Empfehlung vom April 2008 wertet das UBA das Vorkommen von pflanzenschutzrechtlich nicht relevanten Metaboliten im Trinkwasser in Konzentrationen von 1 µg/l bzw. 3 µg/l (in Abhängigkeit von toxikologischen Daten der Zulassung) als noch zulässig. Bei darüber hinausgehenden Werten sollen freiwillige Vereinbarungen der Wasserversorger mit den betroffenen Landwirten zu einer Senkung der Werte führen.
Davon unabhängig laufen zwischen den Länderbehörden Bayerns und Baden-Württtembergs Abstimmungsgespräche unter Beteiligung der Pflanzenschutzindustrie zur Eingrenzung des Problems sowie zum besseren Informationsaustausch. Das LfU führte im Herbst 2008 eine Fachtagung zu diesem Thema unter Beteiligung von Überwachungs- und Zulassungsbehörden, sowie Industrie, Verbänden und Wasserversorgern durch.