Analyse und Verteilungsverhalten von perfluorierten Tensiden und anderen persistenten organischen Spurenstoffen in Klärschlamm und Boden

Kurzbeschreibung und Zielsetzung

Verschiedene Studien (z.B.aus Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg) und erste eigene Untersuchungen des LfU im Jahr 2006 haben die Belastung des herkömmlichen kommunalen Klärschlamms mit zahlreichen persistenten organischen Spurenstoffen gezeigt, wobei wiederholt auch die derzeit intensiv diskutierten perfluorierten Tenside (PFT) gefunden wurden.
Gerade die Erfahrungen mit der Stoffgruppe PFT haben gezeigt, dass auch derartige "neue" Stoffe ein durchaus nicht zu unterschätzendes Risikopotenzial aufweisen, das in der bisherigen Diskussion zur Klärschlammverwertung praktisch nicht berücksichtigt wird.

Entnahme eines Lysimeters auf einer klärschlammgedüngten Ackerfläche Bild vergrößern Entnahme eines Lysimeters

In Abgleich mit Vorschlägen des Bundesumweltministeriums für Monitoringprogramme der Länder soll daher an einer Reihe von ausgewählten Kläranlagen die Belastung mit persistenten organischen Spurenstoffen entsprechend dem derzeit diskutierten Parameterspektrum der neuen Klärschlammverordnung analysiert werden. Anhand von Lysimeterversuchen und Elutionsuntersuchungen soll zusätzlich das Verteilungs- und Versickerungsverhalten ausgewählter relevanter organischer Spurenstoffe (einschließlich perfluorierter Tenside und möglicher Ersatzstoffe) in Bezug auf die Schutzgüter Grundwasser und Boden sowie den Pfad Boden-Pflanze untersucht und bewertet werden. Begleitend soll eine Reihe von Kläranlagen unterschiedlicher Ausbaugröße mit unterschiedlicher verfahrenstechnischer Konzeption bezüglich der Klärschlammbelastung mit persistenten organischen Spurenstoffen untersucht werden.

Projektleitung

Bayerisches Landesamt für Umwelt, Abteilung 7, Dr. Michael Gierig

Laufzeit

Januar 2008 bis Dezember 2010