Erste orientierende Ergebnisse

Im ersten Projektjahr (2014) wurden an fünf größeren bayerischen Seen (Chiemsee, Starnberger See, Ammersee, Altmühlsee, Trinkwassertalsperre Mauthaus) und drei Fließgewässern (Donau, Isar, Altmühl) Probenahmen zum Nachweis von Mikroplastikpartikeln durchgeführt. Da die Verteilung der Mikroplastikpartikel im Gewässer von unterschiedlichen Faktoren, wie z.B. der jeweiligen Dichte der Kunststoffsorte abhängt, wurden Proben aus dem Ufersediment sowie von der Wasseroberfläche, der Wassersäule und Driftproben (über der Gewässersohle) entnommen.

An allen untersuchten Standorten wurde Mikroplastik (Teilchen kleiner als 5mm) und zum Teil auch Makroplastik (Teilchen größer als 5mm) nachgewiesen. Diese ersten Untersuchungen haben orientierenden Charakter. Sie weisen an den bereits untersuchten bayerischen Standorten im Vergleich zu anderen publizierten Ergebnissen auf eine geringe bis mittlere Belastung hin. Im Verlauf des Projektes sind weitere Auswertungen, insbesondere die Analyse bisher noch ausstehender Größenklassen von Mikroplastik, vorgesehen.

Die aktuelle Datenlage lässt noch keine Rückschlüsse hinsichtlich möglicher Auswirkungen von Mikroplastikpartikeln auf Gewässerorganismen zu. Zur Risikobewertung der in den natürlichen Gewässern vorhandenen Belastung werden gegenwärtig Wirkungsstudien mit Gewässerorganismen wie z.B. Fischen und Muscheln sowohl im Freiland als auch im Rahmen standardisierter Expositionsversuche durchgeführt.

Aquarium mit einem Kasten, auf dem sich Muscheln befindenBild vergrössern Exposition von Muscheln unter standardisierten Laborbedingungen. Die Muscheln befinden sich in, mit Sedimentkästen ausgestatteten Aquarien. Die Aquarien werden kontinuierlich von Quellwasser durchströmt, welches Kunststoffpartikel definierter Kunststoffsorten und Größen enthält. Die Muscheln können die im Wasser enthaltenen Kunststoffpartikel aufnehmen