Biologische Frühwarnsysteme

Biologische Frühwarnsysteme sind automatische Testsysteme mit lebenden Organismen, die in der Gewässerüberwachung zur zeitnahen Entdeckung von Verunreinigungen eingesetzt werden (Biomonitore). Mit Hilfe dieser kontinuierlichen Biotests können rund um die Uhr Schadensfälle unmittelbar an ihrer Schadwirkung auf verschiedene Gewässerorganismen erkannt werden.

Inneneinrichtung der Messstation Bild vergrössern Blick auf die Messeinrichtungen mit biologischen Frühwarnsystemen in der Gewässergütemessstation

Eine hohe ökologische Relevanz resultiert in der bayerischen Messstation bei Jochenstein durch den Einsatz von Toximetern. Hierbei fungieren Kleinkrebse (Daphnien) gewissermaßen als verdeckte Ermittler unter Wasser. Sie reagieren auf Schadstoffe u.a. mit typischen Verhaltensänderungen (Bewegungs-, Schwimm- und Schwarmverhalten), verminderter Stoffwechselaktivität und im schlimmsten Fall mit dem Tod.

Bei Auffälligkeiten können die Biomonitore Alarmmeldungen ausgeben und eine ereignisgesteuerte Probennahme zur Beweissicherung auslösen. Auf diese Weise warnen die "Wasser-Detektive" in der Donau u.a. vor gefährlichen industriellen Einleitungen, Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen, Störfällen auf Kläranlagen, schiffsbürtigen Schadstoffen oder diffusen Stoffeinträgen aus dem Umland.

bbe-Daphnientoximeter

Das bbe-Daphnientoximeter ist ein biologisches Frühwarnsystem mit Kleinkrebsen. Die Testorganismen Daphnia magna befinden sich in einem Glascontainer im Inneren des Gerätes und werden von einer Video-Kamera rund um die Uhr beobachtet.

Die Schwimmbahnen der Tiere werden aufgezeichnet und analysiert Änderungen im Schwimmverhalten der Tiere zeigen die Anwesenheit von toxischen Stoffen an.

Aufzeichnung des Schwimmverhaltens Bild vergrössern Beispiel für einen Alarm durch das Daphnientoximeter in der Donau. Sind Schadstoffe im Wasser, ändert sich das Schwimmverhalten dieser Kleinkrebse. Ein Alarm wird ausgelöst, wenn dabei bestimmte Grenzwerte überschritten werden.

Messstation Donau: online-Datendienst

Die Donau stellt eine wichtige Lebensader in Bayern dar, in deren Einzugsgebiet alle bedeutenden Industriezentren Südbayerns ihre Abwässer entlassen. Die bayerische Wasserwirtschaft betreibt an der Donau eine automatische Messstationen mit biologischen Frühwarnsystemen und kontinuierlichen chemischen Messungen, um die Gewässergüte rund um die Uhr zu überwachen.
Alle online-Messungen zur Gewässergüte der Donau werden direkt ins Internet gestellt und laufend aktualisiert. Dieser Datenservice der Wasserwirtschaft wird von Behörden, Anlagenbetreibern und einer breiten Öffentlichkeit gerne genutzt. Mit nachfolgendem Link können Sie sich über die aktuellen Messwerte der Donau informieren.

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