Biomarkeruntersuchungen

Um die Wirkung eines erweiterten Stoffspektrums gewässerrelevanter Inhaltsstoffe auf aquatische Lebensgemeinschaften zu erfassen, ist der Einsatz von Biomarkern zukunftsweisend.
Biomarker sind biochemische Reaktionen auf Belastungen und Schädigungen von Organismen durch Umweltchemikalien. Ihre Bildung setzt bereits vor einer Schädigung des Organismus ein, wodurch sie im Rahmen langfristiger Umweltbeobachtungen als Frühwarnsystem dienen können. Die Stärke der Induktion eines Biomarkers dient als Maß der Auseinandersetzung des Organismus mit dem bioverfügbaren Teil aufgenommener Stoffgemische unter den gegebenen Milieubedingungen.

Mikrotiterplatte für den Nachweis von Vitellogenin. Einzelne Proben zeigen eine rote Farbreaktion und weisen somit auf die Anwesenheit von Vitellogenin hin Bild vergrößern Mikrotiterplatte für den Nachweis von Vitellogenin. Einzelne Proben zeigen eine rote Farbreaktion und weisen somit auf die Anwesenheit von Vitellogenin hin
Am LfU wird routinemäßig im Rahmen der technischen Gewässeraufsicht der Biomarker Vitellogenin zum Nachweis östrogener Wirkungen in Oberflächengewässern und Kläranlagen eingesetzt. Eine Induktion des Biomarkers Vitellogenin stellt eine biologische Reaktion auf die Summe aller vorhandenen östrogen wirksamen Substanzen über den gesamten Expositionszeitraum dar. Somit handelt es sich dabei nicht um eine Momentaufnahme, sondern es werden auch kurzfristige Belastungsspitzen miterfasst. Im Falle einer positiven Biomarkerreaktion werden die hierfür verantwortlichen Substanzen anhand chemischer Analysen identifiziert.