Virusnachweis in Fischen

Der Nachweis pathogener Viren in Fischen dient der Aufklärung von Fischsterben in öffentlichen Gewässern. Die Rechtsgrundlage stellt die Verwaltungsvorschrift zum Vollzug des Wasserrechts (VVWas, Kap. 5.2.5.2.3) dar.

Koi-Herpes-Virus

Ein fischereiwirtschaftlich relevanter Krankheitserreger bei Fischen ist das Koi-Herpes-Virus (KHV). Das KHV wurde 1998 nach einer Fischseuche in Japan erstmals isoliert. Das Virus verbreitete sich sehr schnell und ist mittlerweile weltweit eine Gefahr nicht nur für den Koi als Zierform, sondern für auch für den heimischen Karpfen (Cyprinus carpio). Das KHV ist hochinfektiös, so dass z.B. alle Tiere eines Karpfenteiches innerhalb einer Woche daran sterben können. Da die Krankheit nur bei Wassertemperatur zwischen 18 und 23°C ausbricht, können Fische die Krankheit dennoch in sich tragen, ohne dass diese zunächst bemerkt wird (latente Überträger). Seit Ende 2005 ist KHV eine anzeigepflichtige Tierseuche.

DNA-Screening des KHV

Der konventionelle Erregernachweis durch Anzucht und Vermehrung ist sehr zeitaufwändig Das LfU verwendete eine neue, schnellere Screening-Methode, die auf einem molekularbiologischen Virus-Nachweis basiert. Dazu genügen schon kleine Mengen von Fischorganen (Kieme, Niere), aus denen die Virus-DNA extrahiert wird. Aus dem DNA-Extrakt wird gezielt ein KHV-spezifisches Gen-Fragment mittels PCR (Polymrerase Kettenreaktion) vervielfältigt und mit Hilfe der Gelelektrophorese nachgewiesen.