PFC-Belastungen in Abwasser und Klärschlamm

Abwasser

Kommunale Kläranlagen sammeln und reinigen neben den häuslichen Abwässern auch die Abwässer von indirekt einleitenden Gewerbebetrieben. Wenn in gewerblichen Abwässern PFC enthalten sind, gelangen sie so in die Kläranlagen. PFC werden auch in mechanisch-biologischen Kläranlagen, die dem Stand der Technik entsprechen, nur teilweise zurückgehalten und sind daher sowohl in Kläranlagenabläufen als auch im Klärschlamm nachweisbar.

Im Dezember 2006 wurden zunächst an den Abläufen von fünf größeren kommunalen Kläranlagen 24-Stunden-Mischproben entnommen und auf PFC untersucht. (Ergebnisse siehe Link unten)

PFOA wurde in Konzentrationen von 5 - 32 ng/l und PFOS in Konzentrationen von 9 - 26 ng/l nachgewiesen.

Da Hinweise vorlagen, dass PFC von bestimmten Industriebranchen (Metallverarbeitung, Textilverarbeitung, Halbleiterproduktion, Lithografie) verwendet werden, wurden in einem zweiten Schritt insgesamt 97 Abwasserproben (davon 15 von direkt in Gewässer einleitenden Betrieben) untersucht. Bei Betrieben mit erhöhten PFC-Werten im Abwasser wurden daraufhin auch die Klärschlämme der entsprechenden Kläranlagen untersucht.

Klärschlamm

Da Klärschlämme anders als Abwasser-Einzelproben Aussagen über längerfristige Belastungen zulassen, wurden in der Folgezeit zusätzlich weitere Klärschlämme von Kläranlagen untersucht, in deren Einzugsgebiet gleichfalls indirekt einleitende Gewerbebetriebe möglicherweise mit PFC umgehen. Von den 14 von 66 insgesamt bis Ende 2007 untersuchten Kläranlagen, deren Klärschlämme den Vorsorgerichtwert von 100 µg/kg Trockensubstanz überschritten, gaben die meisten Kläranlagen ihren Klärschlamm in die Verbrennung oder führten ihn Rekultivierungsmaßnahmen zu. Nur bei einer Kläranlage erfolgte noch großteils eine landwirtschaftliche Verwertung. Die betroffenen Kläranlagenbetreiber wurden gebeten, ihren Klärschlamm nicht mehr zur stofflichen Verwertung abzugeben, sondern einer thermischen Behandlung zuzuführen.

Seit Anfang 2008 besteht nunmehr in Bayern bei einer beabsichtigten bodenbezogenen Verwertung von Klärschlamm eine Untersuchungspflicht für PFC mit einem Vorsorgerichtwert von 100 µg/kg Trockenmasse (zzgl. 25% Toleranz). Bei einer Überschreitung darf der Klärschlamm nur thermisch entsorgt werden. Von November 2006 bis Dezember 2009 wurden einschließlich der vom LfU durchgeführten Untersuchungen insgesamt fast 2.000 Klärschlammproben von 1.075 kommunalen Kläranlagen in Bayern auf PFC untersucht. Bei 66 dieser Anlagen (ca. 6%) wurde zumindest einmalig eine Überschreitung des Vorsorgewertes festgestellt, so dass der Klärschlamm dort einer thermischen Behandlung zugeführt werden muss. Einen ausführlichen Bericht zu diesen Untersuchungen finden Sie im nachfolgenden Link.