Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Kreislaufwirtschaft schützt Klima, schont Ressourcen

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) definiert die 5-stufige Abfallhierarchie: Vermeidung, Vorbereitung zur Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung (insbesondere die energetische Verwertung und die Verfüllung) und Beseitigung. Auch die Verbrennung von Restmüll aus Haushalten und vergleichbaren Gewerbeabfällen stellt eine energetische Verwertung dar, wenn die thermischen Behandlungsanlagen energieeffizient betrieben werden. Als Maß der Effizienz gilt das so genannte R1-Kritierum, das in Bayern derzeit alle Müllverbrennungsanlagen sicher einhalten. Weiter ist die Verwertung in Gruben, Brüchen oder Tagebauen sowie untertage mit eingeschlossen.

Von einem (echten) Kreislauf kann vor allem gesprochen werden, wenn sich Rohstoff-Kreisläufe schließen − biologischer oder technischer Art. Kreisläufe werden ermöglicht, wenn Produkte hochwertig hergestellt und ihr Lebenszyklus auf dieser Grundlage durch Wieder- oder Weiterverwendung verlängert wird. Das gilt für jede Art von Produkt bis hin zu Gebäuden. Die Laufzeit von Produkten wird auch dadurch verlängert, dass diese gut gewartet, repariert, als Teil des Ganzen erhalten oder generalsaniert werden, auch in "Vorbereitung zur Wiederverwendung" nach KrWG.

Ist keine Wieder- oder Weiterverwendung eines Produkts mehr möglich, stellt sich die Frage: Lässt es sich rezyklieren? Wie muss vorgegangen werden, um es so hochwertig wie möglich in diesen Kreislauf zu bringen? Je sortenreiner und ohne Schadstoffe das geschieht, desto hochwertiger ist das Recyclingprodukt. Dieser Kreislauf kann dann so oft wiederholt werden, wie es der Stoff, zum Beispiel eine Papierfaser, ermöglicht. Bei Glas und Metallen ist er unbegrenzt möglich, bei Beton aus dem selektiven Gebäuderückbau hängt es von der Qualität des Materials ab. Nach KrWG sind zu erwartende Emissionen auch klimarelevanter Art, das Maß der Schonung der natürlichen Ressourcen und die einzusetzende im Vergleich zur gewinnenden Energie zu berücksichtigen. Je teurer oder schwieriger zu beschaffen die Rohstoffe sind, je höher der Einsatz an Energie und größer die Emissionen bei der Verarbeitung primärer Rohstoffe, desto eher werden sekundäre Rohstoffe im Kreislauf gefahren. Als gutes Beispiel dient Aluminium, das als sekundärer, heimischer Rohstoff mit viel weniger Energie, Emissionen und Kosten erneut gewonnen werden kann. Ähnliches gilt für Altglas. Jedes Produkt benötigt zur Herstellung Energie. Deren Gewinnung und die Herstellung des Produktes selbst setzen Emissionen frei, mit CO2 auch klimarelevante Emissionen. So entstehen bei der Zementherstellung große CO2-Mengen. An die Gebäude sind die "graue Energie" und "graue Emissionen" gebunden, die bei deren Errichtung verbraucht oder freigesetzt wurden. Werden Gebäude generalsaniert statt sie rückzubauen, belässt man es weitgehend bei den damaligen klimarelevanten Emissionen und generiert keine neuen. Die graue Energie steckt überwiegend im Rohbau. Bei gutem Management lassen sich auch bei der Herstellung von Produkten Abfälle vermeiden.

Während das spezifische Gesamtabfallaufkommen in Bayern laut LfU "Hausmüll in Bayern – Bilanzen 2013" leicht ansteigt (521,1 kg/Einw.), ist das spezifische Restmüll-Aufkommen wegen der separierten Wertstoffe weiter gesunken (178,5 kg/Einw.). Sehr von Vorteil für die CO2-Bilanz ist, dass seit 1. Juni 2005 keine organikhaltigen und biologisch abbaubaren Siedlungsabfälle mehr abgelagert werden dürfen. Seitdem nimmt die Deponiegasmenge insgesamt ab sowie der Anteil des sehr klimarelevanten Methans im Gas.