Einsatz bei Rekultivierungsmaßnahmen und im Landschaftsbau

Der Einsatz von bayerischem Klärschlamm im Landschaftsbau und bei Rekultivierungsmaßnahmen findet fast ausschließlich außerhalb Bayerns in den neuen Bundesländern statt (z.B. Rekultivierung von Braunkohletagebaustätten oder Kalihalden). Ungefähr 24% des bayerischen Klärschlamms wurden im Jahr 2014 diesem Entsorgungsweg zugeführt.

Die Klärschlämme werden vor ihrer Verwertung teilweise noch einer Kompostierung zugeführt und mit anderen Stoffen gemischt (z.B. Tone, Sande, Bodenmaterial). Die verwendeten Klärschlämme müssen die qualitätsbezogenen Anforderungen der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) einhalten. Außerdem ist nach den Schreiben des Bayerischen Umweltministeriums vom 07.10.2008, zuletzt vom 26.05.2014 bei einer bodenbezogenen Verwertung i.d.R. jährlich eine Untersuchung des Klärschlamms auf den Gehalt an Perfluorierten Tensiden (PFT) durchzuführen und ein Vorsorgewert von 100 µg/kg Trockenmasse (zzgl. 25% Toleranz) einzuhalten. Die Frist zwischen den einzelnen Untersuchungen kann bei Abwasserbehandlungsanlagen, bei denen der Gehalt an PFT in den letzten 3 - 4 Jahren unterhalb der Nachweisgrenzen lag, bis auf 3 Jahre verlängert werden.

Der Einsatz des Klärschlamms bei solchen Maßnahmen deckt sich nicht mit den bayerischen Zielen zum Ausstieg aus der bodenbezogenen Verwertung von Klärschlamm. Außerdem sollte bei der Abfallentsorgung nach Möglichkeit eine Entsorgung in der Nähe der Anfallstelle angestrebt werden, da lange Transportwege aus Gründen des Umweltschutzes nicht wünschenswert sind.

Es ist davon auszugehen, dass die für Rekultivierungsmaßnahmen in den neuen Bundesländern zur Verfügung stehenden Flächen zurückgehen werden und dass die Einbauanforderungen (u.a. Begrenzung der Nährstofffrachten) steigen werden. Daher wird dieser Entsorgungsweg keine dauerhafte Entsorgungslösung darstellen.

Stand: März 2016