Definition Siedlungs-, Gewerbe-, und Produktionsabfälle

Siedlungsabfall umfasst den Hausmüll und den hausmüllähnlichen Gewerbeabfall.

Hausmüll einschließlich Geschäfts- und Sperrmüll

Hausmüll fällt in Haushalten an. Er wird von der kommunalen Hausmüllabfuhr oder von der Kommune beauftragten Entsorgungsunternehmen nach Wertstoffen und Restmüll getrennt erfasst (bestimmte Behälter, Hol- und Bringsysteme) und entsprechend den Möglichkeiten entsorgt.

Hausmüll muss nach Anforderung der kommunalen Abfallsatzung in den Haushalten vorsortiert werden (Garten- und Bioabfall, Papier-Pappe-Karton, Verpackungen, Glas, Textilien, Metalle etc.; Restmüll). Er wird dann der stofflichen oder energetischen Verwertung oder als Restmüll der thermischen (zu 98% in Bayern) bzw. mechanisch-biologischen (zu 2% in Bayern) Behandlung zugeführt.

Bei Problemabfällen aus Haushalten handelt es sich in der Regel um gefährliche Abfälle (E-Schrott, zu Abfall gewordene Ein- oder Mehrwegbatterien und Akkus, nicht ausgehärtete Farben und Klebstoffe, Lösemittel, Ungeziefer- und Unkrautvernichtungsmittel, bestimmte Reinigungsmittel, Altöle, Zytostatika etc.), die jedoch den Bürger betreffend nicht der Nachweisführung unterliegen. Die Problemabfälle müssen extra gesammelt werden und sind zu bestimmten Zeiten und Orten der Kommune zu überlassen.

Der Geschäftsmüll umfasst Abfälle, die in kleineren Gewerbebetrieben, Behörden, Schulen usw. anfallen und ebenso wie der Hausmüll vorsortiert, erfasst und entsorgt werden.

Als Sperrmüll werden Abfälle aus den oben genannten Bereichen zusammengefasst, die aufgrund ihrer Größe nicht in die Behälter der Hausmüllabfuhr passen. Sperrmüll wird in den Kommunen über Hol- und/ oder Bringsysteme erfasst. In einzelnen Kommunen wird erwartet, dass auch der Sperrmüll vorsortiert wird (Holz, Metall, Teppichböden und Restsperrmüll), um ihn einer möglichst hochwertigen Verwertung zuführen zu können und nur als Restsperrmüll der thermischen Behandlung übergeben zu müssen.

Gut erhaltenes Gebrauchtmobiliar sollte nicht als Sperrmüll entsorgt, sondern verkauft, verschenkt oder karitativ-gemeinnützigen Organisationen (KGOs) gespendet und damit als Abfall vermieden werden.

Hausmüllähnlicher Gewerbeabfall

Hausmüllähnliche Gewerbeabfälle (bzw. gewerbliche Siedlungsabfälle) sind Abfälle, die aus größeren Gewerbebetrieben und Institutionen stammen und aus ähnlichen Stoffen wie Hausmüll bestehen.

Die Mengenanteile der einzelnen Inhaltsstoffe sind jedoch branchenspezifisch sehr unterschiedlich und können auch deutlich von der Hausmüllzusammensetzung abweichen.

Hausmüllähnliche Gewerbeabfälle sind gemäß § 3 Abs. 1 Gewerbeabfallverordnung bevorzugt einer hochwertigen Verwertung zuzuführen. Nicht verwertbare Abfallfraktionen sind der entsorgungspflichtigen Körperschaft bzw. dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (Abfallwirtschaftsunternehmen, Kommune, Verband) zu überlassen.

Hierbei handelt es sich in der Regel nicht um Produktionsabfälle aus Industriebetrieben, die Übergänge sind aber fließend.

Für die Siedlungs- und vergleichbaren Gewerbeabfälle wird jährlich – unter Federführung des LfU – die Kommunale Abfallbilanz erstellt.

Produktionsabfälle

Produktionsrückstände entsprechen nicht annähernd der durchschnittlichen Hausmüllzusammensetzung. Sie sind branchenspezifisch zusammengesetzt. Häufig handelt es sich um Monoabfälle. Sie sollten soweit möglich firmenintern im Kreislauf geführt werden (Vermeidung von Abfällen). Ist das nicht möglich, sind sie als Produktionsabfälle einer hochwertigen Verwertung zuzuführen oder thermisch behandeln zu lassen und dann zu beseitigen. Bei Produktionsabfällen kann es sich je nach Zusammensetzung um "nicht gefährliche" oder "gefährliche" Abfalle handeln.