Altmedikamente

Wohin mit alten Medikamenten?

Hand hält einen RestmüllsackBild vergrössern Medikamente verpackt und zugeknotet in die Restmülltonne oder bei der Problemabfallsammlung abgeben

Medikamentenentsorgung aus Privathaushalten

Medikamentenabfälle aus Privathaushalten sind für die Umwelt unschädlich zu entsorgen.
Dabei gilt für Bayern (unter Beachtung des nachstehenden Hinweises):

  • Normaler, nicht gefährlicher Medikamentenabfall in die Restmülltonne
    Der Großteil der Medikamente ist bei der Entsorgung als nicht gefährlicher Abfall einzustufen. Diese Medikamente sind in der Regel, mit Ausnahme der Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau, über die Restmülltonne zu entsorgen – verpackt und zugeknotet in einer Plastiktüte, um Zugriffe Dritter zu verhindern.
  • Gefährlicher Medikamentenabfall zur Problemabfallsammlung
    • In Einzelfällen auch in Privathaushalten angewandte zytotoxische oder zytostatische Medikamente aus der Krebsbehandlung sind als gefährlicher Abfall eingestuft. Auf den Verpackungen oder Packungsbeilagen sind dann Worte wie "Zytostatikum", "Krebs- bzw. Chemotherapie" oder Hinweise wie "Das Arzneimittel darf weder im Abwasser noch im Haushaltsabfall entsorgt werden" zu finden. Derartige Medikamente sind bei der Problemabfallsammlung abzugeben.
    • Spraydosen zur Verabreichung von Medikamenten, die noch den Rest eines gefährlichen Treibmittels enthalten, sind ebenfalls gefährlicher Abfall und bei der Problemabfallsammlung abzugeben.
    • Spezielle Virustatika, Hormonpräparate sowie weitere Medikamente können gefährlicher Abfall sein. In der Gebrauchsinformation zu den Medikamenten finden Sie in der Regel Hinweise zur Entsorgung. Wenn der Beipackzettel fehlt, fragen Sie bitte Ihre Apotheke.

Hinweis

Speziell in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau sollten alle Altmedikamente zur Problemabfallsammlung gebracht werden.

Bitte erkundigen Sie sich sicherheitshalber bei Ihrer kommunalen Abfallberatung, wie am besten entsorgt werden soll.

Telefonische Auskünfte erhalten Sie bei der kommunalen Abfallberatung Ihres Entsorgers oder über nachfolgenden Link.

Medikamentenentsorgung zum Schutz von Flüssen und Seen

Kläranlagen können die Wirkstoffe der Medikamente nicht vollständig abbauen oder zurückhalten. So ist jeder zusätzliche Eintrag von ausgemusterten Medikamenten über das Waschbecken oder die Toilette unbedingt zu vermeiden. Welche Auswirkungen Medikamenteninhaltsstoffe für die Gewässer haben, ist noch nicht umfassend erforscht.

Das Projekt RISK-IDENT sucht nach Methoden, um in Gewässern enthaltene anthropogene, organische Spurenstoffe und ihre Abbauprodukte zu identifizieren, von ihnen ausgehende Risiken für Gewässerorganismen zu bewerten und den Eintrag in die Gewässer zu minimieren.

Medikamentenentsorgung über den Restmüll und als Problemabfall

In Bayern werden 98% des Restmülls über die Müllabfuhr unmittelbar Verbrennungsanlagen zugeführt. Medikamente, die sich im Restmüll befinden, verbrennen dort rückstandslos und werden so für die Umwelt unschädlich gemacht. Die verbleibenden 2% des Restmülls in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau werden mechanisch-biologisch behandelt. Deshalb sind hier hinsichtlich der Medikamentenentsorgung spezielle Regelungen getroffen worden.

Die bei der kommunalen Problemabfallsammlung abgegebenen Medikamente werden in Bayern anschließend bei der GSB Sonderabfall-Entsorgung Bayern GmbH entsorgt.