Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Ressourceneffizienz beginnt mit Abfallvermeidung

Das durchschnittliche Gesamtabfallaufkommen / die gesamte Müllmenge pro Einwohner beim Siedlungsabfall hält sich in Bayern seit 1991 mit ca. 500 kg/a auf relativ hohem Niveau (Hausmüll in Bayern – Bilanzen 2012, Abb. 18), mit wieder leicht steigender Tendenz und wohl konjunkturell bedingten Schwankungen. Die Einwohner-spezifische Abfallmenge liegt in den bayerischen Regierungsbezirken zwischen 488 und 578 kg/Einw. a (Bilanzen 2012, Tab. 36a). Bei diesen Zahlen sind verwertete Reste aus der Behandlung von Abfällen und beseitigte Reste aus der Aufbereitung von Wertstoffen mit berücksichtigt. Das unterscheidet sie von Zahlen aus Veröffentlichungen der Statistikbehörden des Landes Bayern und des Bundes, die niedriger liegen.

Generell ist die Menge der gesamten Siedlungsabfälle auf dem Lande mit Abstand am geringsten, liegt in den ländlich dicht besiedelten Bereichen unter dem Landesdurchschnitt, in den Großstädten weit darüber und ist in den kleineren Städten mit Abstand am größten.

Wegen der anhaltend hohen Siedlungsabfallmenge hatte das Bayerische Landesamt für Umwelt im Herbst 2008 zunächst eine Kampagne zur Vermeidung von Siedlungsabfällen begonnen, die mittlerweile auch andere Bereiche wie den Gebäudeabbruch umfasst. Ergebnisse aus der Kampagne finden sich auf den folgenden Unterseiten. Die Kampagne soll vor allem den Kreisen und kreisfreien Städten ihre Mitverantwortung für diesen Sektor verdeutlichen und dazu führen, dass auf kommunaler Ebene Konzepte zur Vermeidung von Abfällen erarbeitet und umgesetzt werden. Ein vom Bayerischen Umweltministerium gefördertes Projekt wird hierzu noch 2012 einen Leitfaden zur Verfügung stellen. Damit sollen die Ressourceneffizienz erhöht und auch klimarelevante Emissionen vermindert werden. Abfallvermeidung ist ein Beitrag zum Klimaschutz. Im Abfallwirtschaftsplan Bayern finden sich Grundlagen zur Vorbildwirkung der Öffentlichen Hand und zur Verpflichtung von Staat und Kommunen, die Vermeidung von Abfällen voranzubringen, sowie detailliert Ziele und Maßnahmen hierzu.

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz setzt darüber hinaus Maßstäbe. Bund und Länder haben auf dieser Grundlage ein Abfallvermeidungsprogramm erarbeitet, das fortzuschreiben ist. Da Siedlungs- und weitere Abfälle aber auf Ebene der Kommunen entstehen, werden auch oder in erster Linie diese gefordert sein, hier Grundlagen zu schaffen und Daten zu liefern. Unterstützt werden sie dabei von karitativ-gemeinnützigen Organisationen (KGOs), die Gebrauchtwaren auf eine nachhaltige Art und Weise weitervermitteln. Auch hierzu gibt es Informationen auf den Unterseiten.

Die Bewusstseinsbildung für annähernd nachhaltige Verhaltensweisen ist ein allmählicher Prozess. Hierzu müsste schon in Kindergarten und Grundschule, auch zur Eindämmung des Littering, die Basis gelegt und nachfolgend altersgemäß vertieft werden. Um einen Bewusstseinswandel zu erreichen, bedarf es jedoch immer wieder auch der Vorbilder. Eine wichtige Vorbildfunktion kann die Kommune übernehmen, wenn sie mit guten Beispielen vorangeht, nachhaltig zu handeln versucht und für den gesamten Kreis, die kreisfreie Stadt ein Konzept zur Abfallvermeidung als Teil der Anstrengungen für den Schutz des Klimas erarbeitet. Auf diesem Wege können Gewerbebetriebe mitgenommen und schließlich auch der Bürger gewonnen werden.